Die wichtigsten Regeln für Radfahrer

Fahrradfahrer haben als Teilnehmer im Straßenverkehr wie Motorrad- und Autofahrer Rechte, aber auch Pflichten. Sich nicht daran zu halten, kann nicht nur ein hohes Bußgeld, sondern sogar den Kfz-Führerschein kosten.

4.6.2012 (verpd) Die Straßenverkehrsordnung (StVO) gilt auch für Radfahrer. Sie müssen sich wie die Autofahrer unter anderem auch an Vorfahrtsregeln, Straßenbenutzungs-Vorschriften, Verkehrszeichen und Signale, Bestimmungen beim Abbiegen, Wenden und Einordnen halten. Anderenfalls droht ein Bußgeld von fünf Euro bis 180 Euro. Für Fahrradfahrer, die einen Autoführerschein besitzen, kann bei bestimmten Verstößen sogar die Fahrerlaubnis für ein Kfz entzogen werden.

Grundsätzlich dürfen nur mit einem verkehrssicheren Fahrrad öffentliche Straßen und Wege befahren werden. Entsprechen Bremsen, Klingeln oder Reflektoren nicht den Vorschriften, kann die Polizei eine Strafe in Höhe von zehn Euro verlangen. Ist die Fahrradbeleuchtung nicht ordnungsgemäß, beträgt das Bußgeld zehn bis 25 Euro.

Auf der Straße wie auch auf einem Radweg gilt das Rechtsfahrgebot. Zudem müssen sich Radler an die vorgegebene Fahrtrichtung in Einbahnstraßen halten, außer entsprechende Schilder erlauben in die Gegenrichtung zu fahren.

Wann der Radweg ein Muss ist

Ist ein Radweg in die gewünschte Fahrtrichtung durch ein rundes blaues Schild, auf dem ein weißes Fahrrad abgebildet ist, als solcher ausgewiesen, darf nur dieser benutzt werden. Es sei denn, der Radweg ist nicht befahrbar, weil er durch abgestellte Pkws, Mülltonnen oder eine Baustelle versperrt beziehungsweise durch Scherben verschmutzt oder im Winter nicht geräumt worden ist. Dann dürfen die Velofahrer auf die Straße ausweichen. Wer einen Anhänger an seinem Fahrrad hat, und damit zu breit für den Radweg ist, darf ebenfalls die Straße benutzen.

Bei Radwegen, die nicht durch ein entsprechendes Vorschriftszeichen gekennzeichnet sind, kann zwischen Straße und Radweg gewählt werden. Radfahrer dürfen prinzipiell nicht den Gehweg befahren, mit Ausnahme von Kindern bis zum zehnten Lebensjahr.

Falschfahren kostet

Kleine Radler bis zum achten Lebensjahr müssen sogar den Gehweg benutzen. Kinder zwischen acht und zehn Jahre können zwischen Gehweg und Fahrbahn wählen. Die StVO schreibt jedoch für Kinder bis zum zehnten Lebensjahr vor, dass sie an jeder Kreuzung und Einmündung absteigen und ihr Rad schieben. Dies dient dem Schutz der kleinen Radler, denn oft übersehen Autofahrer die von einem Rad- oder Gehweg in eine Kreuzung einfahrenden Radler.

Bei der Benutzung von Zebrastreifen und Fußgängerzonen muss vom Fahrrad abgestiegen werden. Wer sich nicht daran hält, riskiert ein Bußgeld von zehn bis 25 Euro. Dies gilt auch, wer unrechtmäßig auf einem Gehweg fährt. Die Nichtbenutzung eines vorhandenen beschilderten Radwegs, das Befahren eines Radweges in nicht zugelassener Richtung und das Fahren entgegen der Einbahnstraße kann mit zehn bis 30 Euro geahndet werden.

Vorschriften vom Mitfahrer, über die Geschwindigkeit bis hin zum Musik hören

Auf dem Fahrrad darf weder auf der Fahrradstange noch auf dem Gepäckträger ein Mitfahrer mitgenommen werden. Nur Kinder bis zum siebten Lebensjahr dürfen auf dem Rad in einem geprüften Kindersitz oder einem Kinder-Fahrradanhänger transportiert werden. Wer sich an diese Beförderungsregeln nicht hält, muss mit fünf Euro Bußgeld rechnen. Es ist zwar nicht verboten, beim Radfahren mit einem MP3-Player Musik zu hören, allerdings muss der Radler sicherstellen, dass er akustische Warnsignale wie eine Autohupe nicht überhört.

Nicht erlaubt ist jedoch das Telefonieren während der Fahrt mit dem Velo. Zuwiderhandlungen kosten 25 Euro Bußgeld. Die per Verkehrszeichen angeordneten Geschwindigkeits-Begrenzungen, wie eine Tempo-30-Zone, gelten auch für Radfahrer. Zudem müssen Fahrradfahrer ihre Geschwindigkeit an die Verkehrssituation anpassen und dürfen zum Beispiel in Spielstraßen nur Schrittgeschwindigkeit fahren. Zudem müssen Lichtzeichen, wie Ampeln beachtet werden. Die Missachtung einer roten Ampel kann zwischen 45 bis 180 Euro kosten.

Wann Radlern der Führerscheinentzug droht

Radfahrer dürfen nur nebeneinander fahren, wenn sie dadurch den übrigen Verkehr nicht behindern. Anderenfalls ist eine Strafe von 15 bis 25 Euro möglich. Ist jedoch eine Gruppe von mehr als 15 Radfahrern gemeinsam unterwegs, dürfen diese als geschlossener Verband und damit auch zu zweit nebeneinanderfahren, da sie als ein Verkehrsteilnehmer gelten. Dies ist jedoch nur gestattet, wenn der übrige Verkehr, beispielsweise ein entgegenkommendes Fahrzeug, nicht behindert wird. Anderenfalls muss auch im geschlossenen Verband in einer Reihe gefahren werden.

Auch Radler sollten beim Alkoholgenuss vorsichtig sein. Ein Fahrradfahrer mit 1,6 Promille gilt als absolut fahruntüchtig. Ihm können nach Angaben des Deutschen Verkehrssicherheitsrats (DVR) ein Bußgeld, die Auferlegung einer medizinisch-psychologischen Untersuchung (MPU) zur Fahreignung sowie nach nicht bestandener MPU der Entzug der Kfz-Fahrerlaubnis drohen. Verursacht ein Radler mit 0,3 Promille oder mehr einen Unfall oder zeigt er Fahrunsicherheiten, muss er bereits ab diesem Alkoholgehalt mit empfindlichen Strafen rechnen.

Radlerschutz per Helm und Police

Es gibt auch Sonderregeln, die nur für Fahrradfahrer gelten. Velofahrer dürfen zum Beispiel an stehenden Autos rechts vorbeifahren, wenn sie genügend Platz dafür haben. Sie können ferner die rechten Seitenstreifen benutzen, wenn keine Radwege vorhanden sind und Fußgänger nicht behindert werden. Zwar gibt es in Deutschland keine Helmpflicht für Fahrradfahrer. Wird ein Radler ohne Helm bei einem Unfall verletzt, muss er damit rechnen, einen geringeren Schadenersatz vom Unfallverursacher zu bekommen als mit Helm.

Jeder, der im Straßenverkehr teilnimmt, kann leicht in einen Unfall verwickelt werden. Fahrradfahrer, aber auch Fußgänger, die fahrlässig einen Unfall verursacht haben, sind mithilfe einer Privathaftpflicht-Versicherung geschützt. Diese übernimmt nicht nur mögliche Schmerzensgeld- und Schadenersatz-Ansprüche der Unfallgegner, sondern wehrt auch ungerechtfertigte Anforderungen Dritter ab. Zudem gibt es noch weitere Versicherungslösungen, um sich gegen mögliche Unfallfolgen, aber auch bei Fahrraddiebstahl finanziell abzusichern.