Die staatlich geförderte Altersvorsorge in Form eines Riester-Rentenvertrages steht gegenüber Alternativanlagen regelmäßig gut da, wie ein Institut anhand mehrerer Berechnungsszenarien festgestellt hat.
2.4.2012 (verpd) Dank staatlicher Förderung sind Riester-Produkte anderen Geldanlagen in fast allen Konstellationen überlegen, wie das Institut für Vorsorge- und Finanzplanung vor Kurzem vorrechnete.
Die Riester-Rente ist für Vorsorger profitabler als die vergleichbaren Konkurrenzprodukte wie Investmentfonds. Das hat das Institut für Vorsorge- und Finanzplanung GmbH für die Zeitschrift Focus Money (Ausgabe 13/2012) in mehreren Szenarien durchgerechnet.
Der Grund dafür liegt in den hohen Förderquoten, die der Staat gewährt – entweder in Form von Zulagen für Normal- und Geringverdiener oder als Sonderausgabenabzug für Besserverdienende.
Je Riester-Vertrag gibt es nämlich jährlich eine sogenannte Grundzulage von 154 Euro. Für jedes Kind, für das der Förderberechtigte oder sein Ehegatte Kindergeld bekommt, werden noch einmal 185 Euro pro Jahr dem Vertrag gutgeschrieben. Für Kinder, die ab dem 1. Januar 2008 geboren wurden, gibt es sogar 300 Euro. Bis zu 2.100 Euro der eingezahlten Prämien können jährlich steuerlich abgesetzt werden.
Nach den Untersuchungs-Ergebnissen des Instituts haben die 15,35 Millionen Riester-Sparer, die es inzwischen gibt, die richtige Entscheidung getroffen. Grundlage für die Rentabilitätsberechnung des Instituts sind die Beiträge, die die Verbraucher aus eigener Tasche leisten. Die Nettorenditen nach Steuern liegen dann regelmäßig über den Vergleichswerten von Fondsanlagen.
Kritikern wie dem Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung e.V. (DIW) hält Instituts-Geschäftsführer Michael Hauer vor, dass sie die Rendite der Beiträge anhand des Gesamtbetrags der geleisteten Beiträge, also inklusive staatlicher Zulagen berechnen. Das sei weder finanzmathematisch noch aus Kundensicht korrekt.
Berechnet wurden vier Szenarien:
In allen Fällen ging die Riester-Rente als Sieger hervor. Die Nettorenditen nach Steuern lagen für die Szenarien zwischen 4,21 und 5,46 Prozent. Insbesondere profitierte auch der besser verdienende Single. Zwar ist seine Zulagenförderung gering – er erhält nur die Grundzulagen, dafür ist der Steuervorteil durch den Sonderausgabenabzug umso höher.
Das Ergebnis: 4,40 Prozent Nettorendite für eine klassische Riester-Police und 5,46 Prozent für eine Riester-Fondspolice. Ein Fondssparplan müsste 1,69 beziehungsweise 1,76 Prozent mehr jährlichen Kapitalzuwachs bringen, um auf das gleiche Ergebnis zu kommen.
Bei Fragen zur staatlichen Förderung und der Auswahl des individuell richtigen Riester-Vertrages hilft ein Versicherungsexperte weiter.
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