Berufskrankheiten und Arbeitsunfälle verhindern

Die Zahl der beruflich bedingten Unfälle und Erkrankungen ist gestiegen. Zahlreiche Arbeitsausfälle können jedoch mit einfachen Maßnahmen von den Arbeitgebern verhindert werden.


14.11.2011 (verpd) Unternehmen können viel dafür dazutun, um Arbeitsunfälle und Berufskrankheiten zu vermeiden. Eine Voraussetzung ist jedoch, dass sie als Arbeitgeber die Gefahrenpotenziale in ihrem Betrieb kennen. Die Gefährdungsbeurteilung ist ein einfaches Mittel dazu. Nach Angaben der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) ist die Zahl der meldepflichtigen Arbeits- und Wegeunfälle im vergangenen Jahr deutlich gestiegen, wie die Statistiken der Berufsgenossenschaften und Unfallkassen belegen.

Mehr Arbeitsunfälle und Berufserkankungen

Demnach ereigneten sich 2010 über 954.000 Arbeitsunfälle, das waren über 68.000 Unfälle mehr als im Vorjahr, was einer Zunahme von 7,7 Prozent entspricht. Auf dem Weg von oder zur Arbeit wurden mehr als 223.000 Unfälle verzeichnet, ein Plus von 25,4 Prozent gegenüber 2009. 886 Personen verunglückten dabei sogar tödlich. Auch bei den Personen, die von einer Berufskrankheit betroffen waren, gab es einen signifikanten Anstieg. Mehr als 31.200 Personen hatten in 2010 mit einer Berufskrankheit zu kämpfen, das waren über 5.600 Fälle mehr, also ein Plus von 22,1 Prozent, als in 2009. Auch eine Statistik der Europäischen Agentur für Sicherheit und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz (EU-OSHA) zeigt, dass sichere Arbeitsplätze keine Selbstverständlichkeit sind. Demnach kommt alle dreieinhalb Minuten ein Mensch im Zusammenhang mit seiner Arbeit in der Europäischen Union zu Tode. Zudem hat alle viereinhalb Sekunden ein Beschäftigter einen Arbeitsunfall, der drei oder mehr Tage Arbeitsunfähigkeit nach sich zieht. Insgesamt ergibt das einen Arbeitsausfall von über sieben Millionen Tagen jährlich.

Gefahrenquellen erkennen

„Über viele arbeitsbedingte Gesundheitsgefahren ist man sich häufig gar nicht bewusst – bis etwas passiert. Hier passt das bekannte Sprichwort ‚Gefahr erkannt – Gefahr gebannt’”, erklärt Jörg Stojke von der Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BGW). Um Berufskrankheiten und Arbeitsunfälle zu verhindern, sollten in jedem Betrieb potenzielle Gefahrenquellen gezielt aufgespürt und beseitigt werden. Dabei ist die sogenannte Gefährdungsbeurteilung behilflich, die übrigens jeder Arbeitgeber gemäß Paragraf 5 ArbSchG (Arbeitsschutzgesetz) regelmäßig durchführen muss.

Hilfreiche Tipps und Informationen

„Viele, gerade kleinere Unternehmen, schrecken jedoch davor zurück, weil sie den Aufwand zu hoch einschätzen. Eine systematische Gefährdungsbeurteilung muss aber gar nicht viel Arbeit machen“, berichtet der BGW-Experte aus seiner Erfahrung heraus. Informationen und Ratschläge, wie eine Gefährdungsbeurteilung durchgeführt werden kann, gibt es beispielsweise bei den zuständigen Berufsgenossenschaften. Für die Umsetzung vor Ort kann der Betriebsarzt oder eine Fachkraft für Arbeitssicherheit angesprochen werden. Weitere Hilfen, Anleitungen sowie Anlaufstellen für externe Beratungen und detailliertes Expertenwissen zu dem Thema findet man auch unter www.gefaehrdungsbeurteilung.de, einer Internetseite der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA).


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