Bordunfall auf dem Kreuzfahrtschiff

Urlaub auf einem Kreuzfahrtschiff wird immer beliebter. Wer dafür haftet, wenn ein Passagier durch ein Schiffszubehör an Bord zu Schaden kommt, wurde vor Kurzem gerichtlich geklärt.


30.5.2011 (verpd) Typische Ausrüstungsgegenstände eines Schiffs bedürfen keiner über das übliche Maß hinausgehenden Sicherung. Stolpert ein Passagier über einen solchen an Deck verstauten Gegenstand, so kann er den Reiseveranstalter in der Regel nicht haftbar machen. Das geht aus einem kürzlich veröffentlichten Urteil des Amtsgerichts Rostock hervor (Az.: 47 C 77/10). Der Entscheidung lag die Klage einer Frau zugrunde, die an Bord eines Kreuzfahrtschiffs gestürzt war und sich dabei erheblich verletzt hatte.

Verhängnisvoller Mast

Grund für den Sturz war ein an Deck liegender umgelegter Mast, über den Sonnenliegen aufgestellt worden waren. Eine dieser Liegen hatte die Klägerin benutzt. Beim Aufstehen kam sie wegen des Mastes zu Fall. Mit dem Argument, dass der Mast gesondert gesichert oder aber an der Längsseite des Schiffs hätte aufbewahrt werden müssen, verklagte sie den Reiseveranstalter auf Zahlung von Schadenersatz und Schmerzensgeld. Doch dieser war sich keiner Schuld bewusst. Der Fall landete schließlich vor dem Rostocker Amtsgericht. Dort erlitt die Klägerin eine Niederlage.

Erforderlich und zumutbar

Grundsätzlich, so das Gericht, ist ein Reiseveranstalter zwar für die Sicherheit der von ihm vermittelten Transportmittel und Unterkünfte verantwortlich. Das heißt aber nicht, dass von einem Reiseveranstalter erwartet werden kann, alle erdenklichen Maßnahmen zu treffen, um Unfälle zu vermeiden. Es müssen vielmehr nur solche Vorkehrungen getroffen werden, die erforderlich und zumutbar sind. Daher bedürfen typische Ausrüstungsgegenstände eines Schiffs, die wie in dem entschiedenen Fall an Bord wie üblich gelagert und gesichert wurden, keiner zusätzlichen Sicherung. Denn auch von einem Reisenden eines Kreuzfahrtschiffs ist ein Mindestmaß an Aufmerksamkeit zu erwarten. Es kommt hinzu, dass die Klägerin den Mast leicht hätte wahrnehmen können. Denn er hob sich wegen seines Anstrichs farblich deutlich von dem hölzernen Deck des Schiffs ab.

Schutz rund um die Uhr

Übrigens: Hätte die verletzte Urlauberin eine private Unfallversicherung, würden ihr die darin vereinbarten Leistungen wie eine Kapitalsumme oder eine monatliche Rente im Falle einer bleibenden Invalidität aufgrund des Unfalls zustehen. Wäre ein Krankenhausaufenthalt notwendig geworden, hätte sie zudem ein Krankenhaustagegeld, sofern dies in der Unfall-Police eingeschlossen ist, erhalten. Die private Unfallversicherung gilt nämlich nicht nur rund um die Uhr, also während der beruflichen Tätigkeit genauso wie in der Freizeit, sondern auch weltweit.


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