Der Hund als Reisebegleiter

Wer mit seinem Hund ins Ausland verreisen möchte, muss sich frühzeitig um diverse Dinge kümmern, damit der Urlaub nicht bereits an der Grenze endet.


2.4.2012 (verpd) Hundebesitzer, die ihren vierbeinigen Liebling mit in den Urlaub nehmen wollen, sollten frühzeitig wichtige Entscheidungen und Vorbereitungen treffen. Denn vieles, wie notwendige Papiere, wichtige Impfungen und auch ein tiergerechtes Reisedomizil, kann nicht in der sprichwörtlich letzten Minute geregelt werden. Prinzipiell sollte immer lange vor einer geplanten Reise geprüft werden, ob und unter welchen Voraussetzungen die Ein- und Ausreise in das gewünschte Reiseziel mit dem Hund möglich ist. Ein gemäßigtes Klima bekommt dem Hund meist besser als südliche Hitze oder tropische Schwüle. In manchen Urlaubsregionen übertragen unter anderem Insekten wie Zecken oder Fliegen verschiedene Infektionskrankheiten, die für den Hund lebensgefährlich werden können. Manche Urlaubsgebiete kommen schon wegen strenger Einreisebestimmungen nicht als Urlaubsziel infrage. So wird beispielsweise in Hawaii eine 120-tägige Quarantäne für Hunde bei der Einreise verlangt. Das richtige Ziel Seit 2004 gelten für die Einreise mit bestimmten Haustieren (Hunde, Katzen, Frettchen) innerhalb der EU und aus Drittländern neue Tiergesundheits-Bestimmungen der Europäischen Gemeinschaft. Unter anderem ist darin festgelegt, dass die Tiere gegen Tollwut geimpft und mit einem Mikrochip gekennzeichnet sind. Zudem muss ein EU-Heimtierausweis, in dem die Mikrochipnummer oder die Tätowierung eingetragen sind, mitgeführt werden. Werden die Einreisebedingungen des Urlaubslandes nicht erfüllt, kann es zur Zurückweisung an der Grenze kommen. Neben einem Bußgeld für den Tierhalter kann dem Haustier Quarantäne oder sogar die Tötung drohen. Informationen zu den Einreisebedingungen gibt es online beim Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz und auf diversen anderen Internetseiten rund um das Tier und oft auch auf den Webseiten der Länderbotschaften. Fragen können in der Regel auch der Tierarzt und/oder das für den Wohnort zuständige Veterinär- und Lebensmittel-Überwachungsamt beantworten. Unterwegs mit dem Auto Ziele, die gut mit dem Auto zu erreichen sind, eignen sich laut Expertenmeinung gut, wenn der Hund gerne im Auto mitfährt. Allerdings muss das Haustier im Auto laut Straßenverkehrsordnung in Deutschland und auch in vielen anderen Ländern ausreichend gesichert sein. Geeignet dazu sind Hundetransportboxen, Autogurte für den Hund oder Transportkäfige. Ein einfaches Absperrgitter zwischen dem Gepäckraum eines Kombis und Fahrgastraum genügt nicht. Grundsätzlich sollten auf der Fahrt stündlich Pausen eingelegt werden, damit das Tier Gassi gehen und Wasser trinken kann. Hechelt oder gähnt der Hund bei Kurven oder Steigungen, kann es sein, dass er Probleme mit seinem Ohrendruck hat. Er sollte dann sofort etwas zu kauen erhalten. Per Bahn und Flugzeug zum Ziel Auch Bahnreisen sind denkbar. Allerdings sollte dieses Transportmittel besser außerhalb der Hauptreisezeit benutzt werden, da es sonst dem Vierbeiner zu „eng“ werden könnte. Kleine Hunde können normalerweise im Transportbehälter unentgeltlich mitgenommen werden. Für größere Vierbeiner wird in der Regel der halbe Fahrpreis eines Erwachsenen (Kinderpreis) fällig. Zudem müssen sie an der Leine geführt werden und einen Maulkorb tragen. Zwar sind auch Flugreisen möglich, bei vielen Fluglinien dürfen jedoch nur kleinere Hunde in einem Transportbehälter mit in die Passagierkabine. Größere Tiere müssen meist in einer flugtauglichen Hundetransportbox im Gepäckraum mitfliegen. Oftmals wird für ängstliche oder unruhige Hunde für den Flug die Gabe eines leichten Beruhigungsmittels empfohlen. Tipps für unterwegs Grundsätzlich sollte der Hund vor der Abreise gesund sein. Um Gesundheitsprobleme zu vermeiden, ist es sinnvoll, dem Tier zwölf Stunden vor der Abreise nichts mehr zu fressen, sondern nur zu trinken zu geben. Auch im Urlaub sollte das gewohnte Hundefutter gefüttert werden – insbesondere bei heißen Temperaturen jedoch nur in kleinen Portionen. Zur Grundausstattung für die Reise zählt neben Kauknochen, Hundedecke und -spielzeug, ein Halsband mit Adresshinweis der Heimat- und Urlaubsadresse sowie der Handynummer des Hundehalters. Eine vernünftig ausgestattete Reiseapotheke für den Hund enthält unter anderem Desinfektionsmittel, Wundspray, Zecken- und Würmerprophylaxe, Augen- und Ohrentropfen, Antibiotika und Tabletten gegen Durchfall und Erbrechen. Schutz für Hund und Besitzer Für alle nicht absehbaren Ereignisse empfiehlt sich, auch die Telefon- und Versicherungsnummer der Tierhalter-Haftpflichtversicherung bei sich zu haben. Grundsätzlich ist für alle Hundehalter – unabhängig von einer Urlaubsfahrt – der Abschluss einer Tierhalter-Haftpflichtversicherung wichtig. Denn Frauchen und Herrchen haften unabhängig vom eigenen Verschulden für Schäden, die der vierbeinige Liebling anrichtet, in unbegrenzter Höhe. Um nicht nur die Urlaubskasse zu schützen, kann auch eine Tierkrankenversicherung sinnvoll sein. Sie hilft die finanzielle Belastung zu reduzieren, wenn der Hund zum Tierarzt muss. Die Versicherung übernimmt beispielsweise anfallende Operations- und Heilbehandlungskosten bis zur vereinbarten Höhe. Viele Verträge gelten auch während einer Urlaubsreise.


< Dem Zeckenrisiko entgehen

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