Europaweite Demografiesorge

Jüngste Daten der EU-Kommission und des Statistikamtes Eurostat machen den demografischen Wandel überdeutlich: Die Zahl der über 60-Jährigen in der EU steigt derzeit rund doppelt so schnell wie noch vor drei Jahren.


18.4.2011 (verpd) Die Geburtenrate in den 27 Mitgliedstaaten der Europäischen Union hat sich zuletzt wieder leicht erhöht, bleibt aber weiterhin deutlich unter der für eine stabile Bevölkerungszahl notwendigen Quote von 2,1 Kindern. Nach dem von der Europäischen Kommission in Zusammenarbeit mit Eurostat vor Kurzem vorgelegten Demografiebericht 2010 steigt auf der anderen Seite die Zahl der älteren Menschen, deren Lebenserwartung zudem noch zunimmt, deutlich an. Anlässlich der Vorstellung des neuen Berichts auf der informellen Ministertagung in Budapest erklärte der für Beschäftigung, Soziales und Integration zuständige EU-Kommissar László Andor: „Die Lebenserwartung steigt, die Zahl der Arbeitskräfte in Europa hingegen sinkt, und zwar in einigen Mitgliedstaaten sogar rasant.“ Die EU müsse dafür sorgen, dass Eltern Familie und Beruf besser miteinander in Einklang bringen könnten und die Bürger ermutigen, länger im Arbeitsleben zu bleiben. „Im Rahmen der Strategie Europa 2020 der EU bemühen wir uns darum, die Beschäftigung zu fördern und die Armut zu verringern“, erklärte Andor in einer Pressemitteilung.

Geburtenrate liegt in keinem EU-Land unter 1,3 Kindern

Die Geburtenrate befindet sich in keinem Mitgliedstaat mehr auf niedrigstem Niveau (weniger als 1,3 Kinder pro Frau), wird in der Studie festgestellt. Deutschland liegt allerdings mit 1,36 Geburten nur leicht über der Untergrenze, wie Daten des Statistischen Bundesamtes (Destatis) zeigen. Der mäßige Anstieg der Geburtenzahlen ergibt sich der EU-Studie zufolge aus ziemlich neuen Mustern der Familienzusammensetzung: In Ländern, in denen weniger geheiratet wird, mehr eheähnliche Gemeinschaften bestehen, es mehr Scheidungen gibt und Frauen, die Kinder gebären, ein höheres Durchschnittsalter haben, liegt die Geburtenrate tendenziell höher. Die sich verändernde gesellschaftliche Wahrnehmung der Bedeutung des Heiratens und die geringere Dauerhaftigkeit von Beziehungen hätten zu mehr außerehelichen Geburten, alleinerziehenden Eltern, aber auch zu Kinderlosigkeit geführt.

Der EU-Bürger ist im Durchschnitt 40,7 Jahre alt

Niedrige Geburtenraten und eine höhere Lebenserwartung führen zu einem höheren Durchschnittsalter in der EU. 2009 betrug das durchschnittliche Bevölkerungsalter 40,6 Jahre. Hochrechnungen zufolge wird es im Jahr 2060 schon bei 47,9 Jahren liegen, heißt es in dem Bericht. Bereits ab 2014 wird sich ein Rückgang der Erwerbsbevölkerung (20 bis 64 Jahre) bemerkbar machen, da die „Babyboomer“, die kurz nach dem Zweiten Weltkrieg geboren wurden, jetzt Anfang 60 sind und schon bald in Rente gehen. „Die Zahl der 60- und über 60-Jährigen in der EU steigt gegenwärtig um über zwei Millionen jedes Jahr, rund doppelt so schnell wie noch vor drei Jahren“, hält der Bericht fest. 2008 lag die Lebenserwartung von Männern in der EU-27 bei 76,4 Jahren, die von Frauen bei 82,4 Jahren. Es gibt aber nach wie vor signifikante Unterschiede zwischen den Mitgliedstaaten, die von knapp 13 Jahren für Männer bis zu acht Jahren bei Frauen reichen. Für Deutschland beträgt die Lebenserwartung laut Destatis nach der Sterbetafel 2007/2009 für neugeborene Jungen 77 Jahre und vier Monate und für neugeborene Mädchen 82 Jahre und sechs Monate.

Individuelle Konsequenzen

Doch was bedeutet eine steigende Lebenserwartung für den Einzelnen? Wer länger lebt, braucht auch länger Geld, um sorgenfrei den eigenen Ruhestand genießen zu können und nicht zum Sozialhilfefall zu werden. Deshalb wird eine finanzielle Absicherung für das Alter sowie gegen die Risiken Pflegefall und Berufsunfähigkeit immer wichtiger: Man sollte daher frühzeitig vorsorgen. Leider gilt die statistische Lebenserwartung nicht für alle. Daher muss auch an eine ausreichende Versorgung der Hinterbliebenen gedacht werden. Selbst wer momentan keinen finanziellen Spielraum für eine ausreichende Altersvorsorge und Hinterbliebenen-Absicherung sieht, sollte sich diesbezüglich Hilfe bei einem Versicherungskaufmann holen. Manche Möglichkeiten erschließen sich erst nach einer gründlichen Analyse und durch das Wissen eines Experten.


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