Für eine sichere Medikamenteneinnahme

Wer eine Arznei einnehmen muss, sollte vorher sorgfältig den Beipackzettel lesen und sich an die Anweisungen halten, anderenfalls kann es sogar zu bleibenden Gesundheitsschäden kommen. Für alle, die den Beipackzettel verloren haben oder nicht verstehen, gibt es Hilfe.


17.6.2013 (verpd) Viele schrecken davor zurück, die umfangreichen Informationen und Anleitungen, die jeder Arznei beiliegen, zu lesen. Doch um eine optimale Wirkung zu erzielen, müssen diese Anweisungen befolgt werden, es sei denn, der behandelnde Arzt hat etwas anderes verordnet. Anderenfalls riskiert man, dass die Einnahme wirkungslos bleibt oder es zu gesundheitlichen Beschwerden kommt. Wer die Packungsbeilage nicht versteht oder verloren hat, aber auch wer Probleme bei der Arzneimitteleinnahme hat, findet entsprechende Hilfe beim Arzt, Apotheker oder auch im Internet. Nach Angaben von Gesundheitsexperten nehmen viele Patienten ihre notwendige Arznei zum falschen Zeitpunkt, in falscher Dosierung, in Kombination mit ungeeigneten Getränken oder gar nicht ein. Die Auswirkungen können vielfältig sein: Entweder die erwünschte Genesung bleibt aus oder noch schlimmer, unerwünschte Nebenwirkungen bis hin zu bleibenden Gesundheitsschäden können die Folge sein. Alle Hinweise auf der Medikamenten-Packungsbeilage oder auch abweichende Anweisungen vom Arzt zur Einnahme oder Anwendung der Arzneimittel sind daher zu beachten.

Wichtiges vor und während der Einnahme

Von großer Bedeutung sind unter anderem die verordnete Dosierung und die Einnahmedauer. Auch der Zeitpunkt, wann die Medikamente zu sich genommen werden sollten – beispielsweise vor, zum oder nach dem Essen – und eventuell mit welcher Flüssigkeit, ist oftmals für die Wirkung und Verträglichkeit entscheidend. Schreibt der Beipackzettel zum Beispiel eine Tagesdosis von drei Tabletten vor, sollte die Einnahme nach Angaben der Apothekerkammer Niedersachsen in gleichmäßigen Abständen während der Wachzeit beispielsweise um 7 Uhr, um 15 Uhr und um 22 Uhr erfolgen. Sollen Medikamente „auf nüchternen Magen“ genommen werden, heißt dies in der Regel rund 30 bis 60 Minuten vor dem Frühstück, „vor dem Essen“ bedeutet in etwa 30 Minuten vor der Mahlzeit, „nach dem Essen“ rund 30 Minuten bis eine Stunde nach der Mahlzeit. Arzneimittel, die „während der Mahlzeit“ einzunehmen sind, sollten je nach vorgeschriebener Häufigkeit zum Beispiel direkt zum Frühstück, Mittag- und/oder Abendessen genommen werden. „Zwischen den Mahlzeiten“ besagt, dass ein Medikament in gleichem zeitlichem Abstand zwischen zwei Mahlzeiten einzunehmen ist.

Die richtige Flüssigkeit für die Medikamenteneinnahme

Wichtig ist laut Apothekerkammer Niedersachsen die richtige Körperhaltung bei der Einnahme. Die Gesundheitsexperten empfehlen eine Einnahme in aufrechter Haltung, also sitzend oder stehend. Dies bewirkt, dass das Medikament sicher und schnell den Magen erreicht und Reizungen in der Speiseröhre vermieden werden. Die meisten Tabletten, Kapseln oder Pulver sind mit ausreichend Flüssigkeit zu nehmen, damit sich die Wirkstoffe gut lösen können und vom Körper aufgenommen werden. Doch nicht jedes Getränk eignet sich für die Medikamenteneinnahme. Je nach Arzneimittel sollte auf schwarzen Tee, Kaffee, Fruchtsaft oder Milch verzichtet werden. Koffein, Fruchtsäure oder auch das Kalzium der Milch können zu Wechselwirkungen führen, die ungewollte Nebenwirkungen hervorrufen. Auf Alkohol sollte man grundsätzlich während einer medikamentösen Behandlung verzichten, da es anderenfalls zu unberechenbaren gesundheitlichen Auswirkungen kommen kann. Wenn es nicht verordnet wurde oder ausdrücklich auf der Packungsbeilage steht, dürfen Tabletten und Kapseln nicht geöffnet oder geteilt werden. Denn dadurch könnten magensaftresistente Überzüge beschädigt werden und sich die Wirkstoffe zu früh auflösen, was zu unerwünschten Folgen wie beispielsweise zu einer Überdosierung führen kann.

Unklare Angaben, fehlende Beipackzettel und Hilfen für Sehbehinderte

Wer nicht alle Informationen des Beipackzettels, des Arztes oder des Apothekers versteht, sollte unbedingt nochmals beim Arzt oder Apotheker nachfragen. Alle, die aufgrund einer Sehschwäche Probleme haben, die meist sehr kleine Schrift der Packungsbeilage zu lesen, oder die einfach den Beipackzettel verloren haben, finden im Internet Hilfe unter www.patienteninfo-service.de. Dieser Webauftritt wurde von der Rote Liste Service GmbH gemeinsam mit dem Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverband e.V. (DBSV) entwickelt. Patienten können hier gezielt mit dem Namen oder der Pharmazentralnummer (PZN) des Medikamentes suchen und erhalten den Beipackzettel teils in vier Formaten angezeigt: einem Normaldruck im DIN A4 Format, einem Großdruck speziell für Sehbehinderte, als Website, die auch elektronisch vorgelesen werden kann, sowie als navigierbares Hörbuch. Derzeit sind über 850 Packungsbeilagen von in Deutschland zugelassenen Arzneimitteln im System verfügbar.

Kostenlose Informationen

Weitere Informationen zur richtigen Arzneimitteleinnahme gibt es in den kostenlos herunterladbaren Flyern „Medikamente sicher einnehmen“ und „Tipps für eine sichere Arzneimitteltherapie“ des Ärztlichen Zentrums für Qualität in der Medizin (ÄZQ). Wer über längere Zeit Medikamente einnehmen muss, erhält im Merkblatt „Medikamente über lange Zeit anwenden“, herausgegeben vom Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen, hilfreiche Informationen dazu. Verursacht ein Medikament Beschwerden, die nicht bereits in der Packungsbeilage aufgeführt und dem Patienten erklärt wurden, ist der Arzt oder Apotheker zeitnah darüber zu informieren. Treten zusätzliche akute Erkrankungen während einer Dauertherapie auf, sollte dies umgehend mit dem Arzt besprochen werden.


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