Gefahr erkannt und nicht gebannt

Immer noch vernachlässigen viele ihre Altersvorsorge. Und das, obwohl die Mehrheit davon ausgeht, den Lebensstandard aufgrund der finanziellen Lage im Alter nicht halten zu können, wie eine aktuelle Studie zeigt.


13.2.2012 (verpd) Viele Bürger versäumen es, sich mit dem eigenen Alter zu befassen und frühzeitig drohende Versorgungslücken zu schließen. Dies trifft insbesondere auch auf die jüngere Generation zu, wie jüngste Umfrageergebnisse zeigen. Dabei glauben nur 23 Prozent der Befragten, dass sie im Rentenalter so leben könnten wie früher. Die anderen 77 Prozent, die Einschränkungen erwarten, rechnen im Durchschnitt mit einer Versorgungslücke von gut 600 Euro im Monat. Das Institut für Demoskopie Allensbach (IfD) hat im Auftrag des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV) das Altersvorsorgeverhalten der Bürger in Deutschland untersucht. IfD-Geschäftsführerin Professor Dr. Renate Köcher erklärte, dass obwohl die Mehrheit der Menschen überzeugt sei, sich im Alter finanziell einschränken zu müssen, das Interesse am Thema Altersvorsorge zurückgehe, wie die Umfrage zeigt.

Deutlich rückläufige Vorsorgebereitschaft

Laut der Studie hat sich nämlich weit über die Hälfte der Befragten in den letzten drei Jahren keine ernsthaften Gedanken darüber gemacht, wie sie ihren Lebensstandard im Alter halten können. Und dies, obwohl 55 Prozent davon ausgehen, als Rentner mit deutlich weniger Geld auskommen zu müssen als während ihres Erwerbslebens. Im Durchschnitt wird mit einer Versorgungslücke von 607 Euro gerechnet, so ein weiteres Untersuchungsergebnis. Auch bezüglich der Ausgabebereitschaft zeigt sich ein negatives Bild. Aktuell hält nicht einmal mehr jeder vierte Befragte die eigene Altersvorsorge für so wichtig, dass er bereit ist, einiges dafür auszugeben. 2006 lag der Anteil noch bei knapp einem Drittel, 2001 sogar bei knapp der Hälfte. Bei guter Ernährung beziehungsweise gutem Essen und im Bereich „Meine Einrichtung, mein Haus, meine Wohnung“ liegt die Bereitschaft hingegen mehr als doppelt so hoch. Die Altersvorsorge liegt nur an zehnter Stelle.

Mehrheit der unter 30-Jährigen tut nichts für die Altersvorsorge

Gut jeder Dritte gibt darüber hinaus derzeit kein Geld für die Altersvorsorge aus. Bei der Gruppe der unter 30-Jährigen sind es sogar 57 Prozent. Von denjenigen, die für das Alter vorsorgen, werden im Monat durchschnittlich 109 Euro zurückgelegt. Allerdings sollten eigentlich 212 Euro im Monat angespart werden, so die Bürgermeinung. Bei den Vorsorgesparern, die noch keine 30 Jahre alt sind, liegt der Monatsbeitrag bei 33 Euro.

Betongold und die Rentenversicherung mit Bedeutungszuwachs

Auf die Frage, welche Form der Altersvorsorge in Zukunft an Bedeutung gewinnen wird, sind sich über 80 Prozent der Befragten sicher: Immobilien und die private Rentenversicherung. 68 Prozent sind überzeugt, dass die betriebliche Altersvorsorge weiter an Relevanz bei der Altersvorsorge gewinnen wird. 50 Prozent sind es bei der Lebensversicherung. Die Umfrage belegt auch, dass Vorsorgesparer vor allem Sicherheit bei einer Geldanlage suchen. 78 Prozent sehen das als unabdingbares Kriterium der Altersvorsorge an. 60 Prozent der Befragten ist wichtig, dass die Rente auch wirklich das ganze Leben lang ausgezahlt wird. Für 55 Prozent ist der Hinterbliebenenschutz bei der Altersvorsorge ein Hauptaugenmerk.

Vorausschauendes Handeln ist wichtig

Wer im Alter auf seinen bisherigen Lebensstandard nicht verzichten oder auf Sozialhilfe angewiesen sein möchte, sollte bereits frühzeitig eine sinnvolle Vorsorge aufbauen. Dr. Maximilian Zimmerer, Vorsitzender des GDV-Hauptausschusses Lebensversicherung, wies darauf hin, dass die Beiträge umso geringer ausfallen, je früher mit der Altersvorsorge begonnen werde. „Wer zehn Jahre früher mit der Altersvorsorge beginnt, verringert seine Belastung deutlich, je nach Situation um 30 bis 50 Prozent“, so Zimmerer. Die Versicherungswirtschaft bietet zahlreiche private, betriebliche und auch staatlich geförderte Altersvorsorgelösungen an. Wie hoch die voraussichtliche Finanzlücke im Rentenalter ohne zusätzliche Vorsorge tatsächlich sein wird und welche Altersvorsorgeformen für den Einzelnen infrage kommen, können bei einem Versicherungsexperten erfragt werden. Selbst wer denkt, derzeit finanziell nicht in der Lage zu sein, sinnvoll vorzusorgen, sollte einen Experten zurate ziehen, denn manche Möglichkeiten und finanzielle Spielräume werden erst durch eine gründliche Analyse erkannt.


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