Gegen ein finanzielles Fiasko im Pflegefall

Nach Meinung von Experten steuert Deutschland auf einen Pflegenotstand zu. Wie der Einzelne sich sinnvoll absichern kann.


31.10.2011 (verpd) Nach Angaben des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) verfügt die gesetzliche Pflegeversicherung zwar noch über finanzielle Rücklagen. Die Forscher rechnen jedoch damit, dass spätestens im Jahr 2015 diese Reserven aufgebraucht sind. Im Jahr 2009 erhielten rund 2,3 Millionen Menschen Leistungen von der gesetzlichen Pflegeversicherung. Laut DIW werden es 2050 mehr als doppelt so viele sein. Das bisherige Finanzierungsmodell der gesetzlichen Absicherung reicht nach Meinung der Forscher dafür jedoch nicht aus.

Pflegekosten übersteigen gesetzliche Leistungen

Schon jetzt sind die tatsächlichen Kosten der Pflege meist weitaus höher als die Leistungen, die Betroffene von der gesetzlichen Pflegeversicherung erhalten. „Viele alte Menschen zehren bereits heute ihr Vermögen auf, um ihre Pflege zu bezahlen, oder rutschen in die Armut ab. Will man einen Pflegenotstand vermeiden, ist eine Reform der Pflegeversicherung unausweichlich“, urteilt Kornelia Hagen, Forscherin am DIW. Seit der Einführung im Jahr 1995 sei die Kaufkraft der Zahlungen aus der gesetzlichen Pflegeversicherung laut DIW gesunken. Deshalb und weil die Pflegeversicherung nur als Teilkaskoversicherung konzipiert sei, müssen bereits heute pflegebedürftige Heimbewohner oftmals 50 Prozent der tatsächlich anfallenden Kosten selbst tragen oder sind auf das Sozialamt angewiesen, so die Forscher.

Private Vorsorge schützt Angehörige

Ob die Politik das Finanzierungsproblem in den Griff bekommt, bleibt abzuwarten. Für den Einzelnen ist es bereits aus heutiger Sicht sinnvoll, frühzeitig eine entsprechende Vorsorge zu treffen. Denn reicht das eigene Einkommen nicht aus, um im Pflegefall die Kosten abzudecken, werden schon jetzt der Ehepartner oder nahe Angehörige wie Kinder oder Eltern unter Umständen zur Zahlung herangezogen. Die private Versicherungswirtschaft bietet hierzu diverse Lösungen an, um eine ausreichende finanzielle Sicherheit im Falle einer Pflegebedürftigkeit zu gewährleisten. Mit einer privaten Pflegekosten-Police werden beispielsweise nach Vorleistung durch die gesetzliche Pflegeversicherung die verbleibenden Kosten ganz oder teilweise erstattet. Die Pflegetagegeld-Versicherung hingegen zahlt unabhängig von den tatsächlichen Kosten nach Eintritt der Pflegebedürftigkeit einen vorher fest vereinbarten Geldbetrag je Tag. Bei der Pflegerenten-Versicherung bekommt der Versicherte, sobald er ein Pflegefall ist, je nach Pflegestufe eine vereinbarte monatliche Rente. Eine individuelle Beratung, welche Absicherung für den Einzelnen am besten ist, gibt es beim Versicherungsfachmann.


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