Gesetzlicher Schutz mit Lücken

Die Zahl der während der Berufstätigkeit verunglückten Arbeitnehmer ist in den ersten sechs Monaten diesen Jahres laut einer aktuellen Statistik gestiegen. Mit welchen finanziellen Folgen jeder nach einem Unfall rechnen muss.


24.10.2011 (verpd) Nach Angaben der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) stieg die Zahl der gemeldeten Arbeitsunfälle im ersten Halbjahr 2011 im Gegensatz zum gleichen Vorjahreszeitraum um 0,5 Prozent an. Jeder Betroffene hat dabei nicht nur mit körperlichen Problemen zu kämpfen, sondern muss eventuell auch finanzielle Einbußen in Kauf nehmen, wenn er nicht umfassend abgesichert ist. Insgesamt verunglückten in den ersten sechs Monaten des Jahres 460.773 Arbeitnehmer während ihrer beruflichen Tätigkeit. Im gleichen Zeitraum des letzten Jahres waren es mit 458.570 Fällen geringfügig weniger. „Dieser minimale Anstieg spiegelt die gute Konjunktur mit zahlreichen Neueinstellungen wider. Deutschland zählt aber nach wie vor im internationalen Vergleich zu den Ländern mit den sichersten Arbeitsbedingungen“, erklärt Dr. Joachim Breuer, Hauptgeschäftsführer der DGUV. „Wir wissen, dass gerade bei neuen Mitarbeitern die Unfallzahlen über dem Durchschnitt liegen. Es dauert, bis sie sich mit Betrieb und Tätigkeit vertraut gemacht haben. Umso wichtiger ist eine gründliche und verantwortungsvolle Einweisung der Beschäftigten“, betont Breuer weiter.

Weniger Unfalltote im beruflichen Umfeld

Die Zahl der tödlichen Arbeitsunfälle reduzierte sich um 8,6 Prozent auf insgesamt 201 Fälle. Und auch die Wegeunfälle zur oder von der Arbeit nahmen um 15,9 Prozent auf insgesamt 101.147 Fälle ab. Nach Angaben der DGUV ist dieser Rückgang unter anderem auf das Wetter zurückzuführen, denn in den in den ersten Monaten diesen Jahres gab es deutlich weniger Eisglätte als im Vorjahr. Dennoch starben bei einem Wegeunfall, also auf dem Weg von oder zur Arbeit, im ersten Halbjahr 2011 mit 167 Menschen, insgesamt 25 Personen mehr als im entsprechenden Vorjahreszeitraum.

Einkommenseinbußen

Bezahlt werden bei Arbeits- und Wegeunfällen von der gesetzlichen Unfallversicherung nach festen Vorgaben unter anderem Behandlungen und Reha-Maßnahmen. Führt der Unfall zu einer Minderung der Erwerbsfähigkeit, gibt es je nach Erwerbsunfähigkeitsgrad eine Rente. Bei 100 Prozent Erwerbsunfähigkeit beträgt die Vollrente jedoch maximal zwei Drittel des Jahresverdienstes. Kann man aufgrund der Unfallfolgen zwar seinem bisherigen Beruf nicht mehr nachgehen, ist aber immer noch in einer anderen, auch weniger gut bezahlten Tätigkeit einsetzbar, steht allen, die nach dem 1. Januar 1961 geboren sind, keine gesetzliche Rente zu.

Verletztengeld und Krankengeld

Für die Zeit einer vorübergehenden Arbeitsunfähigkeit durch Arbeitsunfall oder Berufskrankheit zahlt die gesetzliche Unfallversicherung maximal 78. Wochen lang, mindestens jedoch bis zum Ende einer stationären Behandlung, ein Verletztengeld. Dieses wird zwar über die Krankenkassen ausgezahlt, ist aber höher als das Krankengeld der gesetzlichen Krankenversicherung. Das Verletztengeld beträgt 80 Prozent des Bruttoverdienstes vor Beginn der Arbeitsunfähigkeit, darf jedoch nicht höher sein als der bisherige regelmäßige Nettoverdienst. In der Regel werden davon noch die Beiträge zur Renten- und Arbeitslosen-Versicherung abgezogen. Die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) zahlt bei einer Arbeitsunfähigkeit, die nicht unter den Schutz der gesetzlichen Unfallversicherung fällt, für maximal 78 Wochen 70 Prozent des Bruttolohns, höchstens 90 Prozent des Nettoeinkommens. Insbesondere gut verdienende Angestellte müssen hier jedoch bei einer längeren Arbeitsunfähigkeit mit hohen finanziellen Einbußen im Vergleich zum Gehalt rechnen. Die GKV berücksichtigt nämlich für die Höhe des Krankengeldes maximal das Einkommen bis zur Beitragsbemessungs-Grenze (monatlich 3.712,50 Euro in 2011). Das Gehalt oberhalb dieser Grenze wird nicht mit einbezogen.

Begrenzte gesetzliche Absicherung

Die gesetzliche Unfallversicherung bietet Arbeitnehmern überwiegend nur bei Arbeitsunfällen beziehungsweise bei Unfällen auf dem Weg von und zur Arbeitsstelle Schutz. In der Freizeit besteht kein Versicherungsschutz, obwohl sich hier die meisten Unfälle ereignen. Selbstständige, Hausfrauen und Kleinkinder sind in der Regel gar nicht in der gesetzlichen Unfallversicherung abgesichert. Die private Versicherungswirtschaft bietet zahlreiche Lösungen an, um sowohl einen fehlenden gesetzlichen Versicherungsschutz, aber auch die eventuell durch Unfall oder Krankheit auftretenden Einkommenslücken abzusichern. Zu nennen sind hier eine private Unfall-, eine Erwerbs- oder Berufsunfähigkeits- oder auch eine Krankentagegeld-Versicherung. Ein Versicherungsfachmann hilft, den individuell passenden Versicherungsumfang zu finden.


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