Häufigere Unwetter werden erwartet

Laut einer aktuellen Studie muss in Deutschland künftig vermehrt mit extremen Stürmen und massiven Überschwemmungen gerechnet werden.


30.5.2011 (verpd) Vor Kurzem stellte der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) mit führenden Klimaforschern des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung, der Freien Universität Berlin und der Universität Köln eine aktuelle Klimastudie vor. Die Experten kamen zu dem Ergebnis, dass Deutschland in den nächsten Jahrzehnten von immer stärkeren und häufiger auftretenden Wetterextremen betroffen sein wird. Für die Studie wurden Umwetterschäden der letzten Jahrzehnte im Zusammenhang mit diversen Klimamodellen analysiert und konkrete Schadenszenarien von heute bis zum Jahr 2100 für Deutschland ermittelt. Berücksichtigt wurden insbesondere die am häufigsten auftretenden Naturkatastrophen wie Sturm, Hagel und Hochwasser. Die Studienautoren gehen entsprechend ihren Berechnungen davon aus, dass Hochwasser, wie es heute durchschnittlich alle 50 Jahre vorkommt, künftig alle 25 Jahre eintreten wird. Bei den Sturmschäden rechnen sie bis Ende dieses Jahrhunderts mit einer Steigerung von mehr als 50 Prozent.

Steigende Orkangefahr

Besonders einzelne, heftige Unwetter sollen entsprechend den Analysen künftig häufiger vorkommen. Die dadurch angerichteten Gebäudeschäden werden voraussichtlich um einiges höher sein als heute. Orkane, wie sie heute alle 50 Jahre auftreten, wird es laut Studie zukünftig alle zehn Jahre geben. Die Studienautoren erwarten vor allem in Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und Teilen von Niedersachsen eine deutliche Zunahme von Sturmschäden. In der Winterzeit wird diesbezüglich mit einer Verdoppelung der Schadensumme im Vergleich zu bisher gerechnet. Die Anzahl der Stürme wie „Jeanette“, „Lothar“ und „Kyrill“, die großräumigen Schaden anrichteten, werden bis Ende des Jahrhunderts drastisch zunehmen.

Bereits ab heute vermehrte Schadenhäufung

Als Folge des Klimawandels prognostizieren die Wissenschaftler ab Mitte diesen Jahrhunderts immer höhere Schäden durch sommerliche Unwetter. Im Osten des Landes werden bereits ab 2040 häufigere und intensivere Sommergewitter mit Starkniederschlägen und Hagel erwartet. Doch schon ab heute bis 2040 muss den Analysen zufolge damit gerechnet werden, dass in den Sommermonaten die Schäden um mehr als 25 Prozent und zwischen 2041 und 2070 sogar um 60 Prozent zunehmen.

Verdreifachung des Hochwasserrisikos möglich

Massive Probleme sehen die Studienautoren insbesondere an den Ufern der großen Flüssen, wie Rhein, Elbe, Weser, Ems und Donau. Bereits heute rechnen die Versicherer mit einer durchschnittlichen Schadenhöhe von 500 Millionen Euro pro Jahr durch Hochwasser. Die Schadenhäufigkeit durch Flussüberschwemmungen und Sturzfluten infolge von Starkregen steigt nach den Berechnungen bis Ende diesen Jahrhunderts auf das Doppelte an. Auch eine Verdreifachung sei möglich.

Schützen und sichern

Grundsätzlich sollte sich jeder Einzelne bereits heute auf extreme Wetterkapriolen einstellen und zum Beispiel sein Haus entsprechend absichern. Hilfen dazu gibt es beispielsweise beim Informationszentrum der Deutschen Versicherer, das unter anderem im Internet diverse herunterladbare Flyer mit Tipps zum Schutz vor Überschwemmung und Sturmschäden zur Verfügung stellt. „Die Folgen des weltweiten Klimawandels hinterlassen auch in Deutschland ihre Spuren“, fasst GDV-Präsident Rolf-Peter Hoenen die Forschungsergebnisse zusammen und betont: „Die gute Nachricht ist, dass der Klimawandel in Deutschland versicherbar bleibt.“ In anderen Regionen der Erde ist dies nicht mehr der Fall.

Versicherbare Naturkatastrophen

Nicht alle Risiken, wie Starkregen, Schneelawinen oder Erdrutsche, die durch Unwetter verursacht werden, sind jedoch standardmäßig in einer Gebäude- oder Hausratpolice versichert. Die meisten können aber als Komplettpaket gegen einen kleinen Aufschlag mitversichert werden. Auch der Abschluss einer gesonderten Elementarschaden-Versicherung ist möglich. Eine Elementarschaden-Versicherung zahlt im Schadenfall beispielsweise die Reparaturkosten am Haus und auf dem Grundstück. Sollte es notwendig sein, werden unabhängig vom Gebäudealter auch die Kosten für den Abriss des alten sowie den Bau eines gleichwertigen neuen Hauses übernommen. Bei einem Beratungsgespräch mit einem Versicherungsexperten können die individuell notwendigen Absicherungen besprochen werden.


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