Mehr Verkehrsopfer durch Alkohol

2011 wurden erheblich mehr Personen bei einem Verkehrsunfall infolge Alkoholeinfluss verletzt oder getötet als noch im Vorjahr. Dabei sind die Vorschriften, zum Thema „Alkohol am Steuer“ seit über zehn Jahren gleich geblieben.


10.4.2012 (verpd) Nach Angaben des Deutschen Verkehrssicherheitsrates (DVR) spielte 2011 bei insgesamt 15.887 Personenunfällen im Straßenverkehr Alkohol eine Rolle. Das waren 5,4 Prozent mehr als im Vorjahr. Doch obwohl nur knapp 20 Prozent der Unfälle mit Personenschäden auf Alkoholeinfluss zurückzuführen waren, waren zu viele Promille für jeden zehnten Verkehrstoten und mehr als jeden zwölften Schwerverletzten verantwortlich. Trotz der hohen Gefahr, die das Fahren unter Alkoholeinfluss darstellt, halten sich immer noch viele nicht an die geltende Promillegrenze. Die alte 0,8-Promillegrenze wurde bereits seit Längerem geändert. Seit dem 1. April 2001 gilt die Neufassung des Paragraf 24a Absatz 1 StVG (Straßenverkehrsgesetz). Darin ist geregelt, dass das Fahren ab 0,5 Promille eine Ordnungswidrigkeit darstellt, auch wenn noch kein Anzeichen einer Fahrunsicherheit vorhanden ist. Laut aktuellem Bußgeldkatalog drohen dann der Führerscheinentzug, der Eintrag von vier Punkten in das Verkehrszentralregister (VZR) in Flensburg und ein Bußgeld bis 3.000 Euro.

Strafen ab 0,3 Promille

Bereits ein Alkoholspiegel ab 0,3 Promille kann unangenehme Folgen nach sich ziehen. Kommt es aufgrund des Alkoholgehalts ab 0,3 Promille zu Fahrunsicherheiten wie Schlangenlinien fahren, oder verursacht der alkoholisierte Kfz-Fahrer einen Unfall, hat dieser mit strafrechtlichen Konsequenzen zu rechnen. Es drohen sieben Punkte im VZR, eine Geld- oder Freiheitsstrafe sowie der Führerscheinentzug. Absolute Fahruntüchtigkeit besteht bei einer Promillegrenze von 1,1. Grundsätzlich macht sich jeder, der mit einem solch hohen Alkoholspiegel ein Kraftfahrzeug bewegt, strafbar. Es können Geldstrafen oder Freiheitsentzug, sieben Punkte im VZR und sechs Monate bis fünf Jahre Entzug der Fahrerlaubnis verhängt werden.

Fahranfänger und Radfahrer

Für alle Fahranfänger in der Probezeit und für junge Fahrer unter 21 Jahren gilt eine Null-Promillegrenze. Wer sich nicht daran hält, muss mit 250 Euro Bußgeld, zwei Punkten im VZR sowie während der Probezeit mit Aufbauseminar und Probezeitverlängerung rechnen. Übrigens nicht nur Kraftfahrer, auch Radler müssen auf ihren Alkoholkonsum achten. Ein Fahrradfahrer mit 1,6 Promille gilt als absolut fahruntüchtig. Ihm können nach Angaben des DVR ein Bußgeld, die Auferlegung einer medizinisch-psychologischen Untersuchung (MPU) zur Fahreignung sowie nach nicht bestandener MPU der Entzug der Fahrerlaubnis drohen. Verursacht ein Radler mit 0,3 Promille oder mehr einen Unfall oder zeigt er Fahrunsicherheiten, muss er auch bereits ab diesem Alkoholgehalt mit empfindlichen Strafen rechnen.

Der Morgen danach

Wie der DVR mitteilt, muss bereits mit der Beeinträchtigung der Fahrtüchtigkeit ab einem Blutalkoholspiegel von 0,2 Promille gerechnet werden. Experten empfehlen daher, beim Führen eines Fahrzeuges komplett auf Alkohol zu verzichten. Hat man am Vortag getrunken, ist auch der Morgen danach nicht ungefährlich. Der Körper baut nämlich pro Stunde durchschnittlich nur 0,15 Promille Alkohol im Blut ab. Ein verbleibender Restalkohol kann also immer noch für eine Fahruntüchtigkeit sorgen. Der DVR betont, dass vermeintliche Wundermittel wie Kaffee oder Tabletten, die angeblich den Alkoholabbau im Körper beschleunigen sollen, keine Lösung sind. Nur wer sich sicher ist, kein Alkohol (mehr) im Blut zu haben, kann sich selbst hinter das Steuer setzen. Ansonsten sind Bus, Bahn oder Taxi eine sinnvolle Alternative zum eigenen Auto, Motorrad oder Fahrrad.


< Hohe Hürden bei der geplanten Zuschussrente

Nehmen Sie Kontakt auf

Gerne beantworten wir alle Ihre Fragen – rufen Sie uns dazu einfach an oder schicken uns eine kurze Nachricht.

SHL Gruppe

Elsenheimerstr. 49
80687 München

Telefon +49 (0)89 769 772-0
Telefax +49 (0)89 769 772-99

info@shlgruppe.de