Nicht jedes Schnäppchen ist sinnvoll

Wer bei der Wahl seiner Autoversicherung nur auf die Prämienhöhe achtet, ist im Schadenfall oftmals von den Leistungen, die ihm zustehen, enttäuscht. Worauf es wirklich ankommt.


7.11.2011 (verpd) So manche Autobesitzer werden bis zum 30. November, dem Kündigungsstichtag für die meisten Kfz-Versicherungen, wieder darüber nachdenken, ob sie zu einem günstigeren Anbieter wechseln sollen. Nicht selten merken viele, die gewechselt haben, jedoch erst im Schadenfall, was im neuen Vertrag nicht mitversichert ist. Denn die Prämienhöhe sagt nicht unbedingt etwas über den Leistungsumfang der Police aus. Das Wichtigste an einem Kfz-Vertrag ist, dass der Deckungsumfang auch tatsächlich den eigenen Wünschen und Bedürfnissen entspricht. Die Differenzen der angebotenen Kfz-Tarife hinsichtlich ihrer Leistungsinhalte sind mittlerweile groß. Seit Langem kann der Verbraucher zwischen den angebotenen Deckungssummen in der Kfz-Haftpflicht und den verschiedenen Selbstbeteiligungen bei einer Kasko-Versicherung wählen. Deckungserweiterungen zur Haftpflicht und eventuell zur Kasko gab es in der Vergangenheit jedoch nur in geringem Umfang. Dies hat sich deutlich geändert.  

Kfz-Haftpflichtversicherung

Gemäß Paragraf 1 PflVersG (Pflichtversicherungsgesetz) muss jeder Kfz-Halter in Deutschland, der sein Fahrzeug auf öffentlichen Wegen und Plätzen benutzt, eine Haftpflichtversicherung abschließen. Diese deckt die Schäden ab, die durch den Gebrauch entstehen.

Da in der Regel jeder für einen selbst verschuldeten Schaden in vollem Umfang haftet, ist es empfehlenswert, die höchstmögliche Deckungssumme für die Kfz-Haftpflichtversicherung zu wählen. Das kostet meist nur wenige Euro mehr, schützt aber in hohem Maße die finanzielle Existenz, auch wenn beispielsweise Personen- oder Sachschäden in Millionenhöhe entstanden sind.

Zusatzschutz für Vielreisende

Wer heute einen Kfz-Vertrag abschließt, sollte sich darüber Gedanken machen, welche Deckungserweiterungen für ihn sinnvoll sind. Wer beispielsweise gerne ins Ausland fährt, ist mit einer Mallorca-Police, einem Schutzbrief und mit einem Auslandsschaden-Schutz gut beraten. Leiht man sich im Ausland einen Mietwagen, gewährt die Mallorca-Police für die Fahrt mit diesem Fahrzeug den gleichen hohen Haftpflichtschutz, wie er in Deutschland besteht. Schutzbriefleistungen wie Abschleppen, Bergen, Kfz-Rückholung oder Ersatzteilbeschaffung stehen nach einem Unfall, einer Panne oder einer Erkrankung des Fahrers auf Reisen zur Verfügung. Beim Auslandsschaden-Schutz ersetzt der eigene Kfz-Versicherer die eigenen Personen- und Sachschäden, die durch im Ausland zugelassene Kraftfahrzeuge verursacht wurden. Konkret: Erleidet man mit dem eigenen versicherten Auto einen Unfall, tritt auch die eigene Kfz-Versicherung in Vorleistung und nimmt vom Verursacher oder seiner Versicherung Regress.

Kaskoschutz de luxe

Auch für die Kaskoversicherung gibt es zahlreiche Deckungserweiterungen. Die Mitversicherung von Marderbiss-Schäden wird schon seit Längerem von vielen Versicherern angeboten. Neuer sind die Einschlussmöglichkeiten einer Neuwertentschädigung und einer erweiterten Wildschadenklausel. Bei manchen Kfz-Tarifen wird auch bei einem Totalschaden nur der Wiederbeschaffungswert gezahlt, egal wie alt das Fahrzeug war. Bei einer mitversicherten Neuwertentschädigung erhält der Besitzer eines Neuwagens in diesem Fall auch bis sechs oder zwölf Monate nach der Zulassung den Neupreis. Bisher war in der Teilkasko üblich, dass Schäden die durch den Zusammenstoß eines Haarwildes nach Paragraf 1 BJagdG (Bundesjagdgesetz) entstanden sind, abgedeckt waren. Jetzt kann auch die Kollision mit anderen Tieren wie Pferden, Rindern oder Hunden mitversichert werden.  

Kaskoversicherung

Die Kaskoversicherung leistet bei Schäden am eigenen Fahrzeug. Die Teilkasko-Versicherung tritt ein, wenn das Fahrzeug bei Diebstahl, Brand, Hagel, Sturm, Überschwemmung sowie bei einem Unfall mit einem Haarwild beschädigt wurde. Sie zahlt auch bei Glasbruchschäden.

Die Vollkasko leistet zusätzlich neben den Teilkasko-Risiken auch bei Schäden am eigenen Fahrzeug, wenn sie vom Fahrer selbst fahrlässig verursacht wurden. Ebenfalls abgedeckt sind unter anderem Schäden durch Dritte, die nicht zur Haftung herangezogen werden können, beispielsweise weil der Verursacher unerkannt flüchtete.

Zahlreiche Deckungserweiterungen möglich

Selbst die Vereinbarung eines Schadenrabattretters, also die Zusage, dass man im Schadenfall seine bisherigen Prozente trotz Rückstufung behält, ist möglich. Voraussetzung ist dabei meist, dass man bereits eine bestimmte Schadenfreiheitsklasse erreicht hat. Darüber hinaus gibt es noch zahlreiche andere einschließbare Erweiterungen, wie die Mitversicherung von grober Fahrlässigkeit, der Verzicht auf Selbstbeteiligung bei Glasbruchschäden und vieles mehr. Welche Erweiterungen im Einzelnen angeboten werden und welche für die individuelle Absicherung wichtig sind, erfährt man beim Versicherungsfachmann.


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