Porsche gegen Mercedes

Das kennen viele Autofahrer: Zwei Fahrzeuge fahren nebeneinander her. Plötzlich kracht es doch und keiner will für den Unfall verantwortlich sein. So auch in einem kürzlich vor Gericht verhandelten Fall.


20.8.2012 (verpd) Kommt es auf einer mehrspurigen Straße zu einer Berührung zwischen zwei nebeneinanderfahrenden Fahrzeugen, ohne dass festgestellt werden kann, wer für die Kollision verantwortlich ist, so haften beide Fahrzeughalter je zur Hälfte. Das hat das Amtsgericht München in einem jüngst veröffentlichten Urteil entschieden (Az.: 322 C 21241/09). Geklagt hatte der Halter eines Porsches, der mit seinem Fahrzeug auf der linken Spur einer mehrspurigen Münchener Straße unterwegs war. Rechts von ihm fuhr ein Mercedes.

Streit um 3.300 Euro

Nachdem die Fahrzeuge eine Zeit lang nebeneinander hergefahren waren, kam es zu einer Kollision. Dabei wurde die Beifahrertür des Porsches leicht eingedellt, die Kappe des rechten Außenspiegels verkratzt sowie der Radlauf des hinteren rechten Kotflügels abgeschürft. Seinen durch den Unfall entstandenen Schaden in Höhe von knapp 3.300 Euro machte der Halter des Porsches gegenüber dem Versicherer des Mercedes geltend. Dessen Halter bestritt jedoch jegliche Verantwortung. Denn während ihn der Porschefahrer überholt habe, sei dieser plötzlich nach rechts gefahren. Der Fahrer des Porsches behauptete hingegen, dass der Mercedesfahrer ohne zu blinken mit seinem Fahrzeug urplötzlich in Richtung der linken Fahrbahn gedriftet sei. Daher sei dieser für den Unfall verantwortlich. Doch dem wollte das Münchener Amtsgericht nicht folgen. Es gab der Klage auf Zahlung von Schadenersatz nur teilweise statt.

Schadenteilung

Nach Ansicht des Gerichts hat der Halter des Porsches zwar grundsätzlich einen Anspruch auf Ersatz seines Schadens. Er muss sich jedoch mit einer Haftungsquote von 50 Prozent abfinden. Denn keiner der beiden Fahrer konnte einen Unfallzeugen benennen. Ein vom Gericht befragter Sachverständiger hielt sowohl die Unfallschilderung des Porsche- als auch die des Mercedesfahrers für denkbar. Nach Ansicht der Richter spricht in Fällen wie dem entschiedenen auch nicht der Beweis des ersten Anscheins dafür, dass einer der beiden Fahrzeugführer in erhöhtem Maß für den Unfall verantwortlich sein könnte. Damit bleibt es bei einer Haftung aus der Betriebsgefahr der Fahrzeuge mit der Folge, dass sich jeder der Beteiligten je zur Hälfte an dem Schaden des anderen zu beteiligen hat. Das Urteil ist inzwischen rechtskräftig. Übrigens: Eine Vollkaskoversicherung würde zumindest für den Teil des Schadens aufkommen, für den der jeweilige Pkw-Halter selbst aufkommen muss.


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