Rasante Senioren

Immer mehr Ältere ab 65 Jahren verunglücken mit dem Rad. Die neuen elektrisch unterstützten Räder bergen zudem zusätzliche Risiken. Wie sich die Unfallgefahren für den Einzelnen durch eine gute Ausrüstung und ein umsichtiges Verhalten deutlich verringern lassen.


30.5.2011 (verpd) Wie der Deutsche Verkehrssicherheitsrat (DVR) mitteilt, verunglücken heute mehr als doppelt so viel Radfahrer im Alter ab 65 Jahren als noch vor 30 Jahren. Allein 2009 waren es über 12.000. Im Gegensatz dazu verunfallten als Fußgänger mit rund 7.000 Senioren nur noch halb so viele wie 1980. Der DVR befürchtet, dass der Demografiewandel und der vermehrte Einzug von elektrisch unterstützten Rädern diese Tendenz noch verstärken. Fahrrad fahren ist gesund, schont die Umwelt und ist auch ein sparsames Fortbewegungsmittel. Untersuchungen zeigen, dass das Fahrrad mittlerweile von Älteren genauso häufig genutzt wird wie der Pkw. Allerdings lassen normalerweise auch die körperliche Beweglichkeit und motorischen Fertigkeiten im Alter etwas nach, was sich negativ auf die Fahrsicherheit mit dem Velo auswirken kann. Zudem ist das Verletzungsrisiko nach einem Sturz mit dem Fahrrad bei Senioren in der Regel höher als bei Jüngeren.

Sicherheit vom Kopf ...

Insbesondere bei Stürzen oder Unfällen kann ein Fahrradhelm schwere Kopfverletzungen verhindern. Dazu muss der Helm aber auch richtig passen. Die Helmgröße muss beispielsweise genau auf die Kopfform des Radlers anpassbar sein. Möglich wird dies durch einen Kopfring im Helm. Damit der Helm fest auf dem Kopf sitzt und nicht in den Nacken oder in die Stirn rutscht, sollten die Verstellschnallen sich zwar einfach anpassen, schließen und öffnen lassen, jedoch nicht von selbst locker werden. Der Helm muss nämlich auch bei längeren Fahrten fest auf dem Kopf sitzen, ohne zu wackeln. Besonders wichtig ist, dass der Kopfschutz nicht nur auf langen Radtouren, sondern auch auf kurzen Strecken beispielsweise zum Bäcker um die Ecke getragen wird.

... bis zur Kleidung

Zudem sollten ältere Radfahrer bei Tag und bei Nacht für andere Verkehrsteilnehmer leicht zu erkennen sein, damit sie nicht übersehen werden. Tagsüber empfiehlt sich hierzu eine Kleidung mit leuchtenden, fluoreszierenden Farben und nachts mit retroreflektierenden Streifen, die bei Straßen- oder Schweinwerferlicht leuchten. Auch die Auswahl des richtigen Fahrrads trägt zur Risikominimierung bei. Neben einem technisch einwandfreien Zustand, sollte der Rahmen entsprechend der Körpergröße ausgewählt sein. Laut DVR führt ein etwas höherer Lenker zu einer aufrechten Sitzhaltung und somit zur besseren Wahrnehmung des Verkehrsgeschehens. Zudem eignet sich ein tiefer Durchstieg besonders für Personen, die Probleme bei der Beweglichkeit haben.

E-Bikes im Kommen

Pedelecs sind Räder, die eine elektrische Tretunterstützung bis maximal 25 km/h bieten. Sie sind auch bei älteren Menschen immer beliebter. Da ein elektrisch unterstütztes Velo im juristischen Sinne immer noch als Fahrrad gilt, darf damit auch auf Radwegen gefahren werden. Erste Ergebnisse aus der Unfallforschung zeigen jedoch, dass das Unfallrisiko mit Pedelecs und insbesondere mit E-Bikes – Räder, die sogar eine elektrische Unterstützung bis 45 km/h haben – deutlich höher ist als mit normalen Fahrrädern. Für andere Verkehrsteilnehmer ist es nämlich schwierig zu erkennen, wie schnell der Radler tatsächlich fährt.

Schneller als gedacht

Ältere Personen auf einem Velo werden aus der Erfahrung heraus immer noch als langsame Radfahrer eingeschätzt, auch wenn sie dank Elektrounterstützung nun viel schneller unterwegs sein können. Unfälle, bei denen der Radfahrer übersehen oder dessen Geschwindigkeit nicht richtig eingeschätzt wird, sind daher vermehrt möglich. Der DVR empfiehlt diesbezüglich älteren Pedelecs-Fahrern, besonders besonnen zu fahren und beispielsweise an gefährlichen oder schlecht einsehbaren Kreuzungen auf die eigene Vorfahrt zu verzichten. Auch die Autofahrer sollten umdenken. Sie müssen insbesondere nun auch bei älteren Radfahrern damit rechnen, dass diese ungewohnt schnell unterwegs sein können.


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