Rentenniveau sinkt

Wie aus einem von der Bundesregierung veröffentlichten Bericht hervorgeht, reicht die gesetzliche Rente allein nicht, um im Alter den Lebensstandard zu sichern.


23.1.2012 (verpd) Der von der Bundesregierung vor Kurzem vorgelegte Rentenversicherungs-Bericht 2011 zeigt, dass das Rentenniveau der gesetzlichen Rentenversicherung im Vergleich zum Durchschnittsverdienst in den nächsten 13 Jahren deutlich sinken wird. Eine zusätzliche Vorsorge des Einzelnen ist daher unumgänglich, damit er seinen bisherigen Lebensstandard halten kann. Die Bundesregierung muss gemäß Paragraf 154 Abs. 1 und 3 SGB VI (Sechstes Sozialgesetzbuch) den gesetzgebenden Körperschaften wie dem Deutschen Bundestag und den Landesparlamenten jährlich einen Rentenversicherungs-Bericht vorlegen. Der vor Kurzem vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales veröffentlichte Rentenversicherungs-Bericht 2011 enthält, wie in den Vorjahren, Modellrechnungen zur Entwicklung der Einnahmen und Ausgaben der gesetzlichen Rentenversicherung bis zum Jahr 2025.

Beitragssatz steigt

Zudem wurden Berechnungen über den zur Aufrechterhaltung der gesetzlich vorgeschriebenen Nachhaltigkeitsrücklage erforderlichen Rentenversicherungs-Beitragssatz angestellt. Demnach wird der Beitragssatz für die Allgemeine Rentenversicherung von 19,6 Prozent in diesem Jahr bis 2014 auf 19,0 Prozent sinken und ab 2019 von 19,1 Prozent bis auf 20,9 Prozent im Jahr 2025 ansteigen. Nach Angaben des Berichts wurden von der gesetzlichen Rentenversicherung am 1. Juli 2010 knapp 24,9 Millionen Renten an rund 20,5 Millionen Rentner gezahlt, was eine Zunahme von knapp 89.000 Renten beziehungsweise 80.000 Rentnern im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Bei 77 Prozent der gezahlten Renten handelte es sich um Versichertenrenten, also Renten wegen verminderter Erwerbsfähigkeit und wegen Alters, ohne Erziehungsrenten. Die Zunahme des Rentenbestandes um 89.000 wird im Rentenversicherungs-Bericht durch das Anwachsen des Versichertenrenten-Bestandes um rund 106.000 und den Rückgang des Hinterbliebenen-Rentenbestandes um rund 17.000 begründet.

Rentenhöhe nimmt zu, aber ...

Wie aus dem Bericht zu entnehmen ist, haben am 1. Juli 2010 Männer durchschnittlich 977 Euro Rente und Frauen 544 Euro Rente erhalten. Während der Unterschied der ausgezahlten Rentenhöhe im Vergleich der alten zu den neuen Bundesländern bei den Männern relativ gering ist, nämlich 968 Euro Rente im Westen zu 1.012 Euro im Osten, ist die Differenz bei den Frauen deutlich größer. Ostdeutsche Rentnerinnen bekamen nämlich im Monat durchschnittlich 701 Euro, während westdeutsche nur 500 Euro Rente erhielten. Allerdings haben die Frauen im Osten mit knapp 39 Jahre insgesamt auch rund zwölf Jahre länger in die gesetzliche Rentenkasse eingezahlt als Frauen im Westen. Nach den Modellrechnungen, die dem Rentenversicherungs-Bericht 2011 zugrunde liegen, wird erwartet, dass die Rentenhöhe bis zum Jahr 2025 um 35 Prozent zunimmt, was einer durchschnittlichen Steigerungsrate von gut zwei Prozent jährlich entspricht. Konkret wird damit gerechnet, dass die Rente eines Standardrentners von 1.236 Euro monatlich in 2011 auf 1.668 im Monat in 2025 ansteigt.

Standardrentner

Der Standardrentner ist eine fiktive Person, für die man nach dem aktuellen Stand die gesetzliche Altersrente, abzüglich den durchschnittlichen Beitragsanteil zur Kranken- und sozialen Pflegeversicherung, berechnet.

Der Modellrentner hat dazu die Regelaltersgrenze erreicht. Zudem hat er 45 Jahre lang bei einem Verdienst in Höhe des Durchschnittseinkommens aller in der gesetzlichen Rentenversicherung (GRV) Versicherten in ebendiese einbezahlt.

... Sicherungsniveau nimmt ab

Allerdings reicht diese Steigerung nach Berichtsangaben nicht dafür aus, dass auch das Sicherungsniveau auf dem heutigen Stand bleibt. Das Sicherungsniveau vor Steuern gibt das prozentuale Verhältnis zwischen der Rente eines Standardrentners und dem jeweils aktuellen Durchschnittseinkommens abzüglich der Arbeitnehmer-Sozialbeiträge eines rentenversicherungs-pflichtigen Arbeitnehmers ohne Steuerabzug an. Es wird erwartet, dass das Sicherungsniveau vor Steuern von 50,2 Prozent im Jahr 2011 auf 49,8 im laufenden Jahr bis hin zu 46,2 Prozent im Jahr 2025 absinken wird. Im vom Bundeskabinett verabschiedeten Rentenversicherungs-Bericht 2011 ist zu lesen: „Der Rückgang des Sicherungsniveaus vor Steuern macht deutlich, dass die gesetzliche Rente zukünftig alleine nicht ausreichen wird, um den Lebensstandard des Erwerbslebens im Alter fortzuführen. In Zukunft wird der erworbene Lebensstandard nur erhalten bleiben, wenn die finanziellen Spielräume des Alterseinkünftegesetzes und die staatliche Förderung genutzt werden, um eine zusätzliche Vorsorge aufzubauen.“

Private Vorsorge ist notwendig

Wie der Bericht zeigt, ist neben der gesetzlichen Absicherung also auch eine zusätzliche Altersvorsorge notwendig, um den bisherigen Lebensstandard auch im Rentenalter halten zu können. Doch um eine entsprechende Altersvorsorge angemessen zu planen, ist es grundsätzlich wichtig zu wissen, wie groß die individuelle Rentenlücke – also die Differenz zwischen dem letzten Nettogehalt und der gesetzlichen Rente – sein wird. Bei der Berechnung der persönlichen Rentenlücke und bei Fragen zur richtigen Höhe und der passenden Form einer sinnvollen Altersvorsorge, sowie zur optimalen Nutzung von staatlichen Altersvorsorge-Förderungen, hilft ein Versicherungsfachmann gerne weiter.


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