Richtig vererben

Um Erbstreitigkeiten zu vermeiden, legen viele schon zu Lebzeiten per Testament fest, wie der Nachlass geregelt werden soll. In manchen Fällen wie zum Beispiel für unverheiratete Paare gibt es auch andere sinnvolle Alternativen.


13.8.2012 (verpd) Nicht immer ist ein Testament die erste Wahl, um das Erbe zu regeln. Anders als beim Testament kann beispielsweise bei einem Erbvertrag der Erblasser zu Lebzeiten seinen Letzten Willen nicht einseitig ändern. Dies ist insbesondere von Vorteil, wenn der künftige Erbe in jedem Fall bedacht werden soll. Möchte ein Erblasser im Alter beispielsweise von einem entfernten Verwandten gepflegt werden, kann er diesen im Gegenzug per Erbvertrag als Alleinerbe einsetzen. Denn bei einer testamentarischen Regelung hätte der „Pfleger“ keine Gewähr, dass das Testament nicht doch noch vom Erblasser geändert würde. Oft wird ein Erbvertrag auch gemacht, wenn ein der Sohn oder die Tochter als Nachfolger für den elterlichen Betrieb bestimmt wird, das Kind jedoch bereits zu Lebzeiten der Eltern mitarbeiten soll.

Notar notwendig

In einem Erbvertrag kann zum Beispiel verbindlich geregelt werden, wer Alleinerbe ist. So bekommt im Todesfall der im Erbvertrag Genannte das ganze Erbe – abzüglich der Pflichtteile, die eventuell vorhandenen Angehörigen zustehen. Ein Erbvertrag muss – im Gegensatz zu einem Testament – zwingend bei einem Notar aufgesetzt werden. Dieser kann auch zwischen zwei Ehepartnern abgeschlossen und beispielsweise der Sohn oder die Tochter als Begünstigte eingesetzt werden. Selbst beim Tod eines der beiden Partner behält der Erbvertrag seine Gültigkeit – und kann vom überlebenden Ehegatten nicht geändert werden. Eine Änderung ist nur dann möglich, wenn eine Widerrufs- beziehungsweise Änderungsmöglichkeit vereinbart worden ist. Oder wenn alle Vertragspartner ihr Einverständnis für eine Änderung erklären. Wie sinnvoll eine solche Änderungsoption ist, hängt vom Einzelfall ab – jedoch verliert der Erbvertrag damit seine Verbindlichkeit.

Erbrecht von unverheirateten Paaren

So ist zum Beispiel der Erbvertrag die einzige Chance für Paare ohne Trauschein, gemeinsam für den Todesfall eine Verfügung zu treffen. Denn ein gemeinsames Testament dürfen nur Eheleute oder eingetragene Lebenspartner machen. In diesem Falle ist es auch überlegenswert, ob eine Rücktrittsklausel sinnvoll ist. Mehr Informationen zum Thema Erben und Vererben gibt es in einer kostenlos herunterladbaren Broschüre mit dem Titel: „Erben und Vererben – Informationen und Erklärungen zum Erbrecht“ des Bundesministeriums der Justitz.


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