So entgeht man Abzockern und Betrügern

Nicht immer hält ein Angebot das, was es auf den ersten Blick verspricht. Irreführende Reisebeschreibungen, Internetofferten mit versteckten Kosten oder unlautere Warendeklaration sind leider keine Seltenheit. Wie man sich dagegen wehren kann.


11.6.2012 (verpd) Die Gefahr von Lug und Trug gibt es in fast allen Alltagsbereichen – im Internet, beim Händler um die Ecke oder an der eigenen Haustüre. Doch es gibt diverse Tipps, um nicht darauf hereinzufallen. Und sollte man doch in eine Betrugsfalle getappt sein, kann man sich mit der richtigen Absicherung auch ohne Kostenrisiko mithilfe eines Anwalts notfalls vor Gericht wehren. Wer Opfer eines Betrügers oder einer anderen Straftat wurde, vergisst dies meist nicht so schnell. Von den finanziellen oder gar körperlichen Schäden abgesehen, sind psychische Beeinträchtigungen wie Wut, Angst oder gar traumatische Empfindungen nach solch einem Vorfall keine Seltenheit. Wissen hilft, sich zumindest vor bereits bekannten kriminellen Machenschaften zu schützen. Wer die aktuellen Vorgehensweisen von Gaunern kennt, fällt nicht so leicht darauf herein. Zahlreiche Ämter und Institutionen bieten den Bürgern hierzu kostenlose aktuelle Ratgeber und Tipps, die vor Abzocke und Betrug bewahren.

Tipps und Hilfe von der Polizei

Welche aktuellen Betrugsmaschen es beispielsweise im Bereich Kreditkarten, bei Arzneimitteln oder auch auf dem Gebiet des Trickdiebstahls gibt und wie man sich davor schützt, zeigt die Polizei in ihrem Internetportal www.polizei-beratung.de in der Rubrik „Themen und Tipps“. Auf den Polizeidienststellen selbst und im Internet gibt es zudem zahlreiche kostenlose Broschüren, unter anderem zu den Themen Sicherheitstipps für Senioren, für den Urlaub, gegen Diebstahl und beim Umgang mit Kreditkarten. Wer bereits Opfer eines Betruges oder sonstigen Straftat wurde, erfährt auf der Webseite der Polizei unter „Opferinformationen“ sowie auf den jeweiligen Dienststellen, wie er sich verhalten kann, um den eigenen Schaden zu begrenzen und/oder gegen den Täter vorzugehen.

Ministerialer Rat

Das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) bietet auf seinen Webseiten beispielsweise Tipps, wie man Internet-Kostenfallen und falsche Gewinnversprechen erkennt und was gegen ungerechtfertigte Rechnungen getan werden kann. Zudem gibt es weitere als Klappkarten gestaltete Kurzinformationen zum Herunterladen und Ausdrucken, die zeigen, welche Rechte der Einzelne hat und worauf er achten sollte. Unter anderem werden die Themen Reisen, Internet, Werbeanrufe, Gesundheitsleistungen, Spielzeug und Strom-/Gasanbieterwechsel behandelt. Zum Schutz vor den Gefahren im Internet gibt es vom Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) auf einer besonderen Webseite für Bürger zahlreiche Warnungen über aktuelle Bedrohungen sowie Tipps und Hinweise für eine sichere Nutzung.

Millionen Anfragen

Rund vier Millionen Anfragen und Beschwerden gehen jährlich bei den bundesweiten Verbraucherzentralen ein. Im Internet bieten die Verbraucherschützer zahlreiche kostenlose Informationen zu den Verbraucherrechten sowie Checklisten und Adressen über interessante Anlaufstellen unter anderem für die Bereiche Gesundheit, Handel, Reisen, Telekommunikation und Energie. Die Verbraucherzentralen haben das Recht zur außergerichtlichen Rechtsberatung, das heißt, sie dürfen im Rahmen ihres Aufgabengebietes wie Rechtsanwälte Bürger außergerichtlich beraten und vertreten. Allerdings ist die persönliche Beratung bei der Verbraucherzentrale in der Regel nicht kostenlos. Wer als Verbraucher seine Rechte notfalls per Anwalt durchsetzen möchte, muss mit erheblichen Kosten rechnen. Bereits eine Klage mit einem Streitwert von 10.000 Euro verursacht in erster Instanz Anwalts- und Gerichtskosten von ca. 4.000 Euro und in der zweiten Instanz über das Doppelte. Viele schrecken daher davor zurück, ihr Recht notfalls gerichtlich einzufordern.

Rechtsstreit ohne Kostenrisiko

Mit einer privaten Rechtsschutz-Versicherung kann man notfalls auch gerichtlich sein Recht einfordern, ohne das Kostenrisiko tragen zu müssen. Eine derartige Police hilft beispielsweise bei gerichtlichen Streitigkeiten aus privaten Verträgen des täglichen Lebens. Darunter zählen unter anderem Kaufverträge von Ge- und Verbrauchsgütern wie Elektrogeräten, Fahrzeugen, Möbel oder Kleidung sowie Reparaturaufträge. Je nach Vertragsumfang werden auch die Kosten für gerichtliche Auseinandersetzungen mit dem Arbeitgeber, dem Nachbarn, dem Vermieter oder mit einem möglichen Unfallgegner bezahlt. Bei der Frage, welche Rechtsschutzpolice für den persönlichen Bedarf sinnvoll ist, hilft ein Versicherungsfachmann.


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