Vermögensverteilung in Deutschland verharrt in Schieflage

Eine aktuelle Studie zeigt, dass in keinem Land in Europa die Vermögen ungleicher verteilt sind als in Deutschland. Zudem gibt es immer mehr Bürger, die überschuldet sind.


17.3.2014 (verpd) An der ungleichen Vermögensverteilung in Deutschland hat sich nach einer Untersuchung des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) in den letzten Jahren wenig verändert. Allerdings ist die Zahl der verschuldeten Personen gestiegen und das Vermögen von Arbeitslosen deutlich geschrumpft. Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) hat jüngst neue Daten zur Vermögensverteilung in Deutschland vorgelegt, die auf einer Auswertung des Sozioökonomischen Panels (SOEP) aus dem Jahr 2012 beruhen. Die Grundlage war eine Befragung von über 20.000 Personen aus rund 11.000 Haushalten. Die Untersuchung ergab, dass 2012 die privaten Haushalte in Deutschland in der Summe – nach Abzug der Verbindlichkeiten in Höhe von 1,1 Billionen Euro – über ein Nettovermögen von 6,3 Billionen Euro (ohne Fahrzeuge und Hausrat) verfügten. Daraus leitet sich ein Nettovermögen je Person (ab 17 Jahre) von durchschnittlich 83.000 Euro ab. Das klingt erst einmal nicht schlecht. Der Median lag jedoch bei knapp 17.000 Euro. Allein dies ist schon ein deutliches Indiz für eine Ungleichverteilung.

Ungleiche Vermögensverteilung

Über 20 Prozent aller Erwachsenen ab 17 Jahren hatten gar kein persönliches Vermögen und bei sieben Prozent waren die Verbindlichkeiten sogar höher als ihr Bruttovermögen. Waren 2002 noch etwa 27,5 Prozent aller Erwachsenen verschuldet, so lag der Anteil in 2012 bereits bei 32 Prozent. Für das ärmste Prozent werden die Nettoschulden auf durchschnittlich 24.100 (2002: 20.360) Euro geschätzt. Das reichste Zehntel der Bevölkerung hatte hingegen ein Nettovermögen von 217.000 Euro und mehr. Diejenigen, die zu den reichsten Prozent der Bürger zählten, brachten es sogar auf ein Vermögen von mindestens 817.000 Euro. Arbeitslose haben im Zehnjahresvergleich die größten Einbußen hinnehmen müssen. Hatten sie im Jahr 2002 noch ein durchschnittliches Vermögen von 30.000 Euro, so waren es 2012 nur noch etwa 18.000 Euro.

Deutschland belegt unrühmlichen Spitzenplatz innerhalb Europas

Vom Gesamtvermögen mit über 6,3 Billionen Euro (ohne Fahrzeuge und Hausrat) entfielen allein 5,1 Millionen Euro auf Grund- und Immobilienbesitz. Rund 40 Prozent der Erwachsenen bewohnen eine eigene Immobilie. Ihr Vermögensanteil ist im Durchschnitt 141.000 Euro wert. Über Geldvermögen verfügen rund 47 Prozent der Erwachsenen. Im Durchschnitt hatten sie Rücklagen von rund 29.000 Euro. Der Gini-Koeffizient, ein Standardmaß zwischen null und eins zur Messung von Vermögensungleichheit – je höher der Wert, desto größer ist die Ungleichheit –, lag 2012 in Deutschland bei 0,78 und war damit der höchste Wert in Europa. Zum Vergleich: In Frankreich betrug der Wert 0,68, in Italien 0,61 und in der Slowakei 0,45.

Für die individuelle finanzielle Absicherung

Um finanziell abgesichert zu sein, ist es insbesondere für den Einzelnen wichtig zu wissen, wie seine finanzielle Situation aussieht und mit welchen Leistungen und Einkommen er beispielsweise bei einer eintretenden Berufsunfähigkeit, Arbeitslosigkeit oder im Rentenalter rechnen kann. Ein Versicherungsexperte kann entsprechende Übersichtshilfen und Berechnungen bereitstellen. Je nach Sparziel und persönlicher Vorsorgestrategie bietet die Versicherungswirtschaft zudem individuell passende Anlage- und Absicherungslösungen an, um mögliche Einkommenslücken zu schließen. Wie wichtig insbesondere eine ausreichende Altersvorsorge ist, zeigt auch der jüngst veröffentlichte Rentenbericht des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales (BMAS). Darin ist zu lesen, dass die Experten damit rechnen, dass das Rentenniveau – also die Brutto-Standardrente im Verhältnis zum durchschnittlichen Bruttogehalt eines gesetzlich Rentenversicherten – von aktuell 48,7 Prozent auf 45,4 Prozent in 2027 sinken wird. Selbst wer glaubt, keinen finanziellen Spielraum für eine Vorsorge zu haben, sollte einen Experten zurate ziehen, denn manche Vorsorgemöglichkeiten – beispielsweise mithilfe einer staatlichen Förderung – erschließen sich erst nach einer gründlichen Analyse.


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