Vorsicht Zecken

Personen, die sich gerne im Freien aufhalten oder dort arbeiten müssen, sind besonders in der wärmeren Jahreszeit durch Zecken gefährdet. Es gibt jedoch einige Möglichkeiten, um die Plagegeister fernzuhalten.


11.4.2011 (verpd) Wie die Berufsgenossenschaft Handel und Warendistribution (BGHW) mitteilt, kommen Zecken bereits ab einer Lufttemperatur von sieben Grad Celsius aus der Erde. Doch es gibt einige Tricks, um sich gegen die bissigen Tiere zu wehren. Zecken sitzen insbesondere auf Gräsern und in Büschen und krabbeln dann auf vorbeikommende Tiere und Menschen, um sie zu beißen. Lieblingsplätze der Plagegeister sind vor allem feuchte Biotope, Gebüsche, lichtes Unterholz, Waldränder und hohes Gras. Zeckenstiche können zahlreiche Infektionen nach sich ziehen. In Deutschland kommen insbesondere die Frühsommer-Meningo-Enzephalitis (FSME) und Borreliose vor.

Gefährliche Viruserkrankung

FSME ist eine Viruserkrankung, die sich nach rund sieben bis 14 Tagen durch grippale Symptome wie Fieber, Kopfschmerzen, Halsschmerzen, Magenbeschwerden oder Durchfall zeigt. Nach einem kurzen beschwerdefreien Zeitraum ist auch eine Hirnhaut- oder Gehirnentzündung möglich. Diese kann bis hin zum Koma führen. Rund 70 Prozent der FSME-Erkrankungen bleiben mit keinen oder nur kurzzeitigen Beschwerden unbemerkt. Etwa 15 Prozent der Erkrankten haben grippeähnliche Symptome und bei weiteren 15 Prozent treten Hirnhautentzündung und oftmals neurologische Folgeschäden auf. Vor allem in Süddeutschland, aber auch in einzelnen Gebieten in der Mitte und im Osten Deutschlands ist FSME verbreitet. Als Schutzmaßnahmen vor FSME raten die Arbeitsmediziner der BGHW, sich dagegen impfen zu lassen.

Keine Impfung gegen Borreliose möglich

Keine Impfung gibt es derzeit gegen Borreliose, eine durch Bakterien verursachte Krankheit. Sie gilt als die häufigste durch Zecken übertragene Erkrankung und ist weltweit verbreitet. Die Zeit vom Zeckenbiss bis zum Ausbruch der Krankheit wie auch die Symptome sind sehr unterschiedlich. Bei einer Borrelioseerkrankung treten meist nach zwei bis vier Wochen, manchmal aber schon nach wenigen Tagen, grippale Anzeichen und sich ringförmig ausbreitende rötliche Hautveränderungen um die Bissstelle auf. Nach drei bis sechs Monaten kann es zu rötlich-blauen Hautknötchen sowie zu Nerven- oder auch Herzentzündungen kommen. Ein halbes Jahr später klagen viele Betroffene über Gelenkentzündungen, meist an Knien oder Füßen. Ebenfalls möglich sind Veränderungen am Nervensystem. Viele Krankheitsanzeichen können jedoch sogar erst Jahre später auftreten. Experten raten nach dem Erkennen der Krankheit zu einer möglichst frühzeitigen Antibiotikatherapie.

Die richtige Kleidung

Um sich vor einen Zeckenstich zu schützen, rät der BGHW, beim Aufenthalt im Freien geschlossene Kleidung, also festes Schuhwerk und lange Hosen beziehungsweise lange Ärmel zu tragen. Nach dem Aufenthalt im Freien sollten die Kleidung und der Körper sorgfältig nach Zecken abgesucht werden. Zecken bevorzugen insbesondere Achselhöhlen, Leistengegend, Kniegelenke und den Haaransatz. Als Spray oder Lotion erhältliche insektenabweisende Mittel können einen – allerdings nur zeitlich begrenzten – Schutz bieten.

Nach einem Zeckenbiss

Wer an sich eine Zecke entdeckt, sollte das Tier frühzeitig mit einer Pinzette entfernen. Dabei ist darauf zu achten, dass die Zecke nicht gequetscht oder gedreht wird. Das mindert das Risiko, dass Borrelien, die sich im Magen-Darm-Trakt eines infizierten Tiers befinden können, in die Bisswunde eindringen. Auf oftmals empfohlene Hausmittel wie ein Tropfen Öl oder Klebstoff ist aus dem gleichen Grund zu verzichten. Konnte die Zecke nicht komplett mit ihrem Kopf entfernt werden, treten Hautveränderungen um die Bissstelle auf oder sind erste Krankheitssymptome erkennbar, sollte unbedingt ein Arzt konsultiert werden. Grundsätzlich ist in FSME-Endemiegebieten ein Arztbesuch anzuraten.

Absicherung für den Fall der Fälle

Übrigens: Wer sich als Arbeitnehmer bei einer versicherten Tätigkeit, beispielsweise bei der Arbeit im Freien, einen Zeckenbiss zuzieht, ist durch die gesetzliche Unfallversicherung abgesichert. Allerdings muss er auch nachweisen können, dass er sich den Zeckenbiss während der Arbeit zugezogen hat. Eine solche Verletzung sollte daher umgehend dem Betrieb mitgeteilt werden. Auch der behandelnde Arzt sollte über die Umstände, wann und wo der Zeckenbiss erfolgte, zeitnah informiert werden. Doch auch in der Freizeit muss man nicht auf einen Versicherungsschutz für den Fall der Fälle verzichten. Während zahlreiche neue privaten Unfallversicherungs-Policen das Risiko eines Zeckenbisses im Versicherungsschutz bereits automatisch bieten, kann bei manch bestehenden, älteren Verträgen eine derartige Klausel gegen einen kleinen Aufpreis eingeschlossen werden. Die private Unfallversicherung gilt im Übrigen nicht nur in der Freizeit, sondern rund um die Uhr und weltweit.


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