Wenn während der Arbeit ein Unglück passiert

Die Zahl der während der Berufstätigkeit verunglückten Arbeitnehmer ist in den ersten sechs Monaten 2012 im Vergleich zum ersten halben Jahr 2011 gesunken. Doch für jeden Betroffenen hat ein Berufsunfall meist auch finanzielle Folgen.


22.10.2012 (verpd) Nach Angaben der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) ist die Zahl der gemeldeten Arbeitsunfälle im ersten Halbjahr 2012 im Vergleich zum gleichen Vorjahreszeitraum um zwei Prozent gesunken. Doch jeder, der einen Arbeitsunfall erleidet, hat meist nicht nur mit körperlichen Problemen zu kämpfen, sondern muss eventuell auch finanzielle Einbußen in Kauf nehmen, wenn er nicht umfassend abgesichert ist. In den ersten sechs Monaten diesen Jahres verunglückten 450.689 Arbeitnehmer während ihrer beruflichen Tätigkeit. Im gleichen Zeitraum des letzten Jahres waren es mit 460.773 Fällen einige mehr. Auch die Wegeunfälle, also auf dem Weg von oder zur Arbeit, nahmen in den ersten sechs Monaten 2012 um 14 Prozent auf insgesamt 86.585 Fälle – im Vergleichszeitraum 2011 waren es 101.147 Fälle – ab.

Mehr Unfalltote im beruflichen Umfeld

Die Zahl der bei einem Wegeunfall tödlich Verunglückten reduzierte sich im ersten Halbjahr diesen Jahres mit 166 Menschen im Vergleich zu 167 Toten im ersten Halbjahr 2011 leicht. Die Zahl der tödlichen Arbeitsunfälle stieg jedoch von 201 Fällen in den ersten sechs Monaten 2011 auf 226 Fälle des gleichen Vergleichszeitraums in 2012 an. „Wir wissen, dass gerade bei neuen Mitarbeitern die Unfallzahlen über dem Durchschnitt liegen. Es dauert, bis sie sich mit Betrieb und Tätigkeit vertraut gemacht haben. Umso wichtiger ist eine gründliche und verantwortungsvolle Einweisung der Beschäftigten“, betont Dr. Joachim Breuer, Hauptgeschäftsführer der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV).

Einkommenseinbußen

Bei Arbeits- und Wegeunfällen werden von der gesetzlichen Unfallversicherung unter anderem Behandlungen und Reha-Maßnahmen nach festen Vorgaben bezahlt. Führt der Unfall zu einer Minderung der Erwerbsfähigkeit, erhält der Betroffene je nach Erwerbsunfähigkeitsgrad eine Rente. Bei 100 Prozent Erwerbsunfähigkeit beträgt die Vollrente jedoch maximal zwei Drittel des Jahresverdienstes. Kann man aufgrund der Unfallfolgen zwar seinen bisherigen Beruf nicht mehr nachgehen, ist aber immer noch in einer anderen, auch weniger gut bezahlten Tätigkeit einsetzbar, steht Betroffenen, die nach dem 1. Januar 1961 geboren sind, keine gesetzliche Rente zu.

Verletztengeld und Krankengeld

Für die Zeit einer vorübergehenden Arbeitsunfähigkeit durch Arbeitsunfall oder Berufskrankheit zahlt die gesetzliche Unfallversicherung maximal 78 Wochen lang, mindestens jedoch bis zum Ende einer stationären Behandlung, ein Verletztengeld. Dieses wird zwar über die Krankenkassen ausgezahlt, ist aber höher als das Krankengeld der gesetzlichen Krankenversicherung. Das Verletztengeld beträgt 80 Prozent des Bruttoverdienstes vor Beginn der Arbeitsunfähigkeit, darf jedoch nicht höher sein als der bisherige regelmäßige Nettoverdienst. In der Regel werden davon noch die Beiträge zur Renten- und Arbeitslosen-Versicherung abgezogen.

Gesetzliche Krankenabsicherung ohne gesetzliche Unfallversicherung

Die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) zahlt GKV-Versicherten bei einer Arbeitsunfähigkeit, für die nicht die gesetzliche Unfallversicherung zuständig ist, für maximal 78 Wochen 70 Prozent des Bruttolohns, höchstens 90 Prozent des Nettoeinkommens. Insbesondere gut verdienende Angestellte müssen hier jedoch bei einer längeren Arbeitsunfähigkeit mit hohen finanziellen Einbußen im Vergleich zum Gehalt rechnen. Die GKV berücksichtigt nämlich für die Höhe des Krankengeldes maximal das Einkommen bis zur Beitragsbemessungs-Grenze (monatlich 3.825 Euro in 2012 beziehungsweise 3.937,50 Euro in 2013). Das Gehalt oberhalb dieser Grenze wird nicht mit einbezogen.

Gesetzliche Absicherung mit Grenzen

Die gesetzliche Unfallversicherung bietet Arbeitnehmern überwiegend nur bei Arbeitsunfällen beziehungsweise bei Unfällen auf dem Weg von und zur Arbeitsstelle Schutz. In der Freizeit besteht keine Absicherung, obwohl sich hier die meisten Unfälle ereignen. Selbstständige, Hausfrauen und Kleinkinder stehen in der Regel gar nicht unter dem Schutz der gesetzlichen Unfallversicherung. Die private Versicherungs-Wirtschaft bietet diverse Lösungen an, mit der sowohl ein fehlender gesetzlicher Versicherungsschutz als auch eine eventuell durch Unfall oder Krankheit auftretende Einkommenslücke abgesichert werden kann. Zu nennen sind hier eine private Unfall-, eine Erwerbs- oder Berufsunfähigkeits- und auch eine Krankentagegeld-Versicherung. Ein Versicherungsfachmann hilft, die individuell passende Absicherungslösung zu finden.


< Was das neue EU-Label für Reifen den Autofahrern nützt

Nehmen Sie Kontakt auf

Gerne beantworten wir alle Ihre Fragen – rufen Sie uns dazu einfach an oder schicken uns eine kurze Nachricht.

SHL Gruppe

Elsenheimerstr. 49
80687 München

Telefon +49 (0)89 769 772-0
Telefax +49 (0)89 769 772-99

info@shlgruppe.de