Wer einmal in die Armut abrutscht

Statistiker und Sozialwissenschaftler kommen in einem aktuellen Sozialbericht zu teils unerfreulichen Ergebnissen, was die Einkommenssituation hierzulande angeht.


24.10.2011 (verpd) Wer eine höhere Bildung hat und daraus ein höheres Einkommen erzielt, der ist gesünder und lebt auch länger. Doch für denjenigen, der einmal in den Kreis der Armutsgefährdung hineingekommen ist, gibt es kaum ein Entrinnen, das zeigt der „Datenreport 2011: Der Sozialbericht für Deutschland“ des Statistischen Bundesamts. Statistische Fakten und sozialwissenschaftliche Untersuchungen sind in den gemeinsam vom Statistischen Bundesamt (Destatis) mit Sozial- und Wirtschafts-Wissenschaftlern erstellten Datenreport 2011 geflossen. Dieser Sozialbericht für Deutschland befasst sich in 16 Schwerpunktthemen mit der finanziellen, gesundheitlichen, familiären, sozialen und bildungsgeprägten Lage der in Deutschland lebenden Menschen.

Risiko Armutsgefährdung

Unter anderem wurde die Armutsgefährdung untersucht. „Bei der Armutsgefährdung sehen wir eine Verhärtung“, erklärt Professorin Ph.D. Jutta Allmendinger, Präsidentin des Wissenschaftszentrums Berlin für Sozialforschung (WZB). Die Verstetigung von Armutslagen nehme zu. Zudem steige das Risiko, in Armut zu verbleiben. Ihr WZB-Kollege Dr. Roland Habich erklärte, die Untersuchungen belegten, dass fast 87 Prozent der Personen, die 2009 unter der Armutsgefährdungs-Quote gelegen hätten, bereits in den vier Jahren zuvor mindestens einmal von Armut betroffen gewesen seien. Ein Drittel sei sogar dauerhaft – also über fünf Jahre hinweg – arm geblieben. Destatis-Präsident Roderich Egeler führte an, dass im Jahr 2008 in Deutschland 15,5 (2007: 15,2) Prozent der Menschen armutsgefährdet gewesen waren. Ihr Einkommen habe weniger als 929 Euro im Monat betragen und damit 60 Prozent des mittleren Einkommens der Gesamtbevölkerung unterschritten.

Kein vereinfachter Fortschrittsindikator möglich

Anfang dieses Jahres hatte der Deutsche Bundestag eine Enquete-Kommission eingesetzt, die unter anderem eine zentrale Kennzahl ermitteln soll, mit der Wohlstand und gesellschaftlicher Fortschritt gemessen werden können. In diesen „Fortschrittsindikator“ sollten Daten aus verschiedenen Bereichen eingehen, die für die Lebensqualität relevant seien, erläuterte Egeler. Darüber hinaus sollten auch subjektive Wahrnehmungen und Einschätzungen der Bürger einfließen. Der Datenreport 2011 stelle zwar insgesamt ein solch differenziertes Bild der Lebensbedingungen in Deutschland dar, dieser lasse sich aber nicht in eine Kennziffer pressen, sagte Allmendinger. Dafür gebe es in viel zu vielen Bereichen divergierende Entwicklungen, sodass eine Zusammenfassung in einer Kennzahl gar nicht möglich sei.

An der Bildung hängen Gesundheit und Lebenserwartung

Für den Präsidenten der Bundeszentrale für politische Bildung (BPB), Thomas Krüger, liefert der neue Sozialbericht mit seiner Vielschichtigkeit vielmehr einen „Baukasten zur eigenen Urteilsbildung“. Krüger machte deutlich, von welcher zentralen Bedeutung heute Bildung ist und betont: „Die gesellschaftlichen Chancen jedes Einzelnen hängen von seinem Schulabschluss und vom Grad seiner Ausbildung ab.“ Das Bildungsniveau hat unmittelbaren Einfluss auf die Gesundheit, wie Habich vom WZB ausführt. So seien niedrige Bildungsgruppen anfälliger für Krankheiten und hätten ein höheres Raucherrisiko, während sie gleichzeitig weniger Sport trieben. Die Bedeutung der Bildung zeigt sich auch bei der Lebenserwartung: Männer im Alter von 45 Jahren, die über Abitur oder Fachhochschulreife verfügen, leben im Durchschnitt 5,3 Jahre länger als gleichaltrige Männer, die lediglich über einen Hauptschulabschluss oder über keinen Schulabschluss verfügen.

Persönliche Absicherung

Eine gute Bildung ist also nicht nur beruflich, sondern auch für das gesundheitliche Wohlbefinden wichtig. Besonders Eltern sollten daher frühzeitig eine ausreichend finanzielle Grundlage für eine gute Ausbildung ihrer Kinder schaffen. Wer zudem nicht durch Krankheit, Unfall oder auch im Alter in die Armutsfalle laufen will, sollte bereits möglichst in jungen Jahren mit einer privaten Vorsorge anfangen. Ob eher rendite- oder eher sicherheitsorientiert beziehungsweise mit oder ohne staatliche Förderung – die Versicherungswirtschaft bietet eine Reihe von Vorsorgeprodukten an. Ein Versicherungsfachmann hilft dabei, eine an den individuellen Lebensumständen orientierte Vorsorgestrategie und die dazu passenden Produkte finden.


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