Wie gesund Deutschlands Kinder sind

Eine aktuelle Studie zeigt, wie es um die Gesundheit der jungen Bundesbürger steht. Während man die typischen Kinderkrankheiten weitestgehend im Griff hat, gibt es anderer Stelle eine alarmierende Entwicklung.


13.2.2012 (verpd) Bei jedem zehnten Kind bis 14 Jahre in Deutschland werden Sprach- oder Sprechstörungen diagnostiziert. Dabei sind Jungen häufiger betroffen als Mädchen, wie ein kürzlich vorgestellter Arztreport zeigt. Eine große gesetzliche Krankenkasse hat jüngst ihren aktuellen Arztreport 2012 vorgestellt, der regelmäßige Beobachtungen zur ambulanten ärztlichen Versorgung wiedergibt, aber sich auch jeweils einem Schwerpunktthema widmet. Basis sind Daten von 8,3 Millionen Versicherten der bundesweit aufgestellten Kasse mit 74,5 Millionen Abrechnungsfällen.

Probleme beim Sprechen

An der hohen Zahl der Arztkontakte der Deutschen von 18 Mal im Jahr habe sich wenig geändert, wie die Studie zeigt. Und auch die Zahl der Behandlungsfälle sind um die demografischen Veränderungen bereinigt eher marginal im Jahr 2010 auf 7,9 von 8,0 im Jahr zuvor gesunken. Berücksichtigt man die veränderte Altersstruktur, ergibt sich ein Anstieg der Behandlungsfälle auf 8,1 (Vorjahr: 8,0). Beim diesjährigen Schwerpunktthema Kindergesundheit sind zwei Ergebnisse alarmierend: Dies ist zum einen der hohe Anteil von Kindern mit diagnostizierten Störungen des Sprechens und der Sprache und zum anderen erstaunt, wie viele Kinder wegen der Behandlung von ADHS beim Psychiater und Neurologen sind.

Jedes zehnte Kind hat Probleme mit der Ausdrucksweise

Nach den vom Institut für Sozialmedizin, Epidemiologie, und Gesundheits-Systemforschung (ISEG) ausgewerteten Gesundheitsdaten von mehr als einer Million Kinder im Alter zwischen Geburt und 14 Jahren werden hochgerechnet bei 1,12 Millionen Mädchen und Jungen Störungen der Sprache und der Sprechens diagnostiziert. Durchschnittlich sind damit in der gesamten Altersgruppe gut zehn Prozent aller Kinder betroffen. Jungen (11,9 Prozent) hätten hier häufiger Probleme als Mädchen (8,5 Prozent), erläuterte Dr. Thomas G. Grobe, einer der drei ISEG-Autoren. Besonders auffällig ist dies häufig im sechsten Lebensjahr (Jungen 37,8 Prozent und Mädchen 29,6 Prozent), so ein Ergebnis der Studie. Eine Ursache könnte sein, dass Eltern vor der Einschulung durch eine logopädische Behandlung die Startchancen ihres Kindes verbessern wollten. Andererseits sind Ärzte angehalten, bei den Vorsorgeuntersuchungen gerade dieser Altersgruppe auf Sprachprobleme zu achten.

ADHS wird in der Jugend zum Massenphänomen

Insbesondere Jungen im Alter von neun Jahren sind von ADHS betroffen. So geht den Studienergebnissen nach mittlerweile bereits jeder zehnte neunjährige Junge zum Neurologen oder Psychiater (9,6 Prozent), wobei in 60 Prozent der Fälle ADHS festgestellt wird. Bei den gleichaltrigen Mädchen trifft es nur sechs Prozent (ADHS-Anteil rund 40 Prozent). Erfreulich ist, dass die Ärzte die klassischen Kinderkrankheiten wie Windpocken, Scharlach oder Röteln im Griff haben. Ebenso gut ist, dass die Vorsorgeuntersuchungen vom Kleinkindalter an angenommen werden. Diese Untersuchungen zur Früherkennung von Krankheiten (U1 bis U9) haben Zuspruchraten von zum Teil deutlich über 90 Prozent.

Unabhängig von gesetzlichen Leistungskatalogen

Wer seine Kinder unabhängig vom Leistungskatalog einer gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) abgesichert wissen möchte und auch Behandlungen, die von der GKV nicht bezahlt werden, ohne Kostenrisiko in Anspruch nehmen will, kann eine private Krankenversicherung abschließen. Beispielsweise werden die Kosten für homöopathische Arzneimittel oder für die Behandlung durch einen Heilpraktiker von der GKV in der Regel nicht oder nur stark eingeschränkt übernommen. Auch die Krankenhaus-Unterbringung in einem Ein- oder Zweibettzimmer sowie eine Chefarztbehandlung sind für Kassenpatienten oft nur gegen Aufpreis möglich. Mit einer privaten Krankenzusatz-Police für den ambulanten und/oder stationären Bereich können Mitglieder der gesetzlichen Krankenkasse dieses Kostenrisiko jedoch für sich und auch für ihre Kinder abdecken. Insbesondere für Kinder bieten viele Versicherer hier bereits gute Leistungen für eine günstige Prämie.


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