Zu laut für die Ohren

Die Zahl der schwerhörigen Jugendlichen steigt. Experten erklären, was die Ursachen dafür sind und welchen Schutz es davor gibt.


11.6.2012 (verpd) Laut der Studie einer Krankenkasse stieg die Zahl der Kinder und Jugendlichen, die 2010 ein Hörgerät benötigten, im Vergleich zu vor vier Jahren um 26 Prozent. Allerdings gibt es diverse Maßnahmen, um Heranwachsende vor einem Gehörschaden zu schützen. Verursacht wird die Schwerhörigkeit vieler junger Menschen nach Aussagen des Instituts für Gesundheitsökonomik (IfG) durch einen hohen Lärmpegel in der Freizeit. Vor allem laute Musik durch MP3-Player und Diskobesuche belasten das Gehör. Am Arbeitsplatz hat der Schutz des Gehörs vor schädlicher Lärmeinwirkung mittlerweile einen hohen Stellenwert und ist gesetzlich geregelt. Beschäftigte müssen demnach schon ab einem Lärmpegel von 85 dB(A) einen Gehörschutz tragen. Zudem müssen sie regelmäßig an Vorsorgeuntersuchungen teilnehmen.

Wann der MP3-Player auf die Ohren geht

Die Lautstärke eines MP3-Players kann problemlos bei 90 dB(A) liegen. Dies ist insbesondere der Fall, wenn der Nutzer versucht, beispielsweise die Hintergrundgeräusche des Straßenverkehrs zu übertönen. Kopf- oder Ohrhörer sollten mit Bedacht ausgewählt werden. Ohrhörer wie In-ear-Kopfhörer blocken nämlich Geräusche von außen oft weniger effizient ab, wodurch die Lautstärke oft unnötig hoch gestellt wird. Zudem werden die lauten Töne direkt im Gehörgang produziert. Bei geschlossenen Kopfhörern besteht jedoch die Gefahr, dass Autohupen oder andere Signaltöne überhört werden. Über 100 dB(A) muss das Gehör bei einem Livekonzert oder einem Diskobesuch ertragen. Hier wird von Experten empfohlen nicht zu lange zu verweilen, Gehörschutzstöpsel zu verwenden oder wenigstens einen Abstand zu den Boxen zu halten.

Kostenloser Hörverlustrechner

Laut der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung e.V. (DGUV) wird zwar ein Unterschied von 3 dB vom Menschen kaum wahrgenommen, dennoch bedeuten nur 3 dB mehr aber bereits eine Verdoppelung der Schallenergie. Bereits wenige Dezibel mehr können daher das Gehör erheblich schädigen. Wie gefährlich laute Musik tatsächlich sein kann, zeigt auch ein Lärmbelastungsrechner, den das Institut für Arbeitsschutz der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (IFA) kostenlos im Internet zum Herunterladen anbietet. Jeder kann sich damit darstellen lassen, wo die Schwerpunkte seiner individuellen Lärmbelastung liegen und wann sich daraus möglicherweise ein Hörverlust entwickeln würde. So kann der Einzelne gezielt mögliche Gefährdungen meiden. Außerdem verdeutlichen Musik- und Sprachbeispiele, wie es sich anhört, wenn der Hörverlust tatsächlich eingetreten ist. Weitere Informationen und Tipps für Eltern und Jugendliche bietet die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung in dem 20-seitigen herunterladbaren Ratgeber „Zu viel für die Ohren“.


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